Montag, 18. Mai 2009

Ein Besuch im Dorf - Ngorika

Alle sagen immer wenn du in Nairobi lebst, siehst du definitiv nicht „the real Africa“. Daher hören wir häufig „ich will euch zeigen wo ich aufgewachsen bin“. Natürlich waren Eva und ich sehr daran interessiert etwas anderes zu sehen als Nairobi.

Letzten Mittwoch machte ich mich gerade fertig um zur Arbeit zu gehen, als Brother James an meine Tür klopfte. Ich denke er ist aufgewacht und dachte sich, so jetzt werden Worte mal in Taten umgesetzt. Er fragte mich ob wir nach Nakuru wollen um seine Mutter zu besuchen.
Natürlich waren wir dabei…
Also machten wir uns um 8.30 Uhr auf den Weg nach Nakuru, welches eine ca. 21/2stündige Fahrt war.
In Nakuru angekommen haben wir noch Lebensmittel für seine Mutter eingekauft.

Nach einer erneuten 30minütigen, sehr holprigen Fahrt (war eher Wanderweg als Strasse) kamen wir in Ngorika an. Ich fühlte mich wie in einem kleinen Bergdörfchen… es war so schön wieder einmal unstaubige, frische Luft einzuatmen. Keine Menschenmassen und keine Autos. Das mit den Menschenmassen hat sich dann irgendwann noch geändert… mehr dazu später.

Wir wurden von einer sehr vitalen alten Dame empfangen, welche barfuss beinahe dahergehüpft kam. Nach einem zahnlosen, aber sehr süssen Lächeln und einer Umarmung wurden wir zum Haus geführt wo zwei seiner Schwestern waren. Alle waren wir ein bisschen schüchtern…
Kommunizieren war nicht wirklich möglich… Die Mutter sprach nur Kikuyu. Da halfen auch meine paar Swahilisätzchen die ich kenne nicht viel. Die Schwestern konnten ein wenig Englisch, welches aber auch nicht für eine Konversation reichte.

James hat uns herumgeführt. Es ist beeindruckend wie sie leben... kein Strom und kein fliessen Wasser. Alles ist wahnsinnig einfach und trotzdem irgendwie komplex (seht selbst auf den Bildern). Sie haben einen riesigen Umschwung, wo Mais, Bohnen, Kartoffeln, etc. angepflanzt wurden. Sie haben Schafe und zwei Kühe. Die Mutter von James kann dies nicht mehr alles alleine pflegen, aber sie sei gut im Delegieren und Managen.

James hat ein separates Haus gebaut für die Küche, damit sie dem Rauch etwas ausweichen können, da über dem Feuer gekocht wird… nix mit Kochherd. Normalerweise wird häufig alles im selben Raum gemacht (deshalb haben auch so viele Leute Probleme mit den Atemwegen).

Als die Führung rum war, haben sie uns Tee gebracht. Der Tee hat nach Feuer/Rauch geschmeckt… war interessant wie sehr es den Geschmack annimmt. Die frische Kuhmilch ist Eva nicht sehr gut bekommen und hat ihr eine paar extra Minuten auf dem stillen Örtchen beschert.
Später haben wir dann noch sehr lecki Essen serviert bekommen. James meinte, wenn Gäste kommen wäre es sehr unhöflich nichts zu Essen zu servieren und man wäre ein schlechter Gastgeber.

Als wir uns auf den Rückweg machten, kamen wir an einer Schule vorbei. Die Kinder dachten wohl sie sehen Geister (der Gesichtsausdruck sagte einiges), die Aufregung war auf jeden Fall sehr gross. James meinte für die meisten Kids sei es das erste Mal, dass sie Weisse sehen und auch nicht wirklich verstehen wieso wir anders aussehen.
Als wir an der Matatustation waren, sagte man uns, dass keine mehr fahren würden. Während wir da standen und überlegten was tun, versammelten sich mehr und mehr Schulkinder um uns herum (Schule war aus) und fanden es zu interessant um an uns vorbeizugehen.
Irgendwann haben wir uns dann entschieden uns mit einem Motorrad and den Highway fahren zu lassen wo wir sicher ein Matatu nach Nakuru kriegen würden.
Ich bin ja schon abenteuerlustig, aber ein bisschen schiss hatte ich schon, weil ich ja wusste wie die Strassenverhältnisse sind. Der Fahrer trug Helm, Beifahrer nicht… nicht gerade beruhigender und verstanden hat er mich auch nicht. Ich habe mich entschieden mich einfach an ihm festzuklammern, durch das Geholpere wurde ich sowieso immer nach vorne gedrückt. Er fuhr sehr gut und irgendwann konnte ich mich etwas auf die Aussicht konzentrieren. Die Aussicht war fantastisch… leider hatte ich keine Hände frei für Fotos.

Ansonsten habe ich nicht sehr viele News. Mir geht es sehr gut und ich fühle mich grundsätzlich wohl, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Miss u all…









4 Kommentare:

  1. Hello Baby. Das tönt ja schon fast so abenteuerlich wie bei Indiana Jones :-) Ich freue mich für dich, dass es dir immer noch gefällt und du so viel erlebst. Miss you too!

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  2. Hi Isa
    Wir vermissen Dich auch.
    Eine andere Welt, irgendwie kann ich es mir nicht vorstellen. Da sitze ich vor der Glotze (Strom) und schaue mit einem lecker Birchen einen Film über Leute im Himalaya und dann dein Blog. Manchmal ist alles sehr unwirklich. Wir leben in einer Welt und sie ist wirklich anders. Internet eine Dusche, niemand fragt alles ist da.
    Uns geht es super gut. Wir freuen uns immer auf Deinen Blog auch wenn Du nicht viel zu schreiben hast, es sind auch die kleinen Dinge die uns immer wieder interessieren. Ich freue mich schon auf den nächsten Eintrag.
    Gruss flu

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  3. Hey Muus! Lange nichts von dir gehört. Aber scheinbar hat nun echt ein gewisser Alltag Einzug gehalten bei dir. Bin froh, dass du gesund und munter bist, siehst auf den Fotos auf jeden Fall so aus.
    Hier verläuf soweit alles in geregelten und normalen Bahnen. Der Sommer war schon für ein Weekend zu Gast mit Temperaturen bis 34 Grad!!
    Nun haben kräftige Gewitter mit Sturmböhen und Hagel wieder eher den Frühling vorbei geschickt, mit um die 20 Grad.
    Den Kindern gehts auch gut die haben nun schon Endspurt des noch laufenden Schuljahres. Lager, Konzerte der Schülerbands, Vorbereitung Schulschlussfest....und dann die grossen Sommerferien! Hoffentlich spielt das Wetter etwas mit.
    Haben nächste Woche ein Teamgrillabend bei uns im Garten. Warst du eigentlich beim letzten mal dabei?
    So liebi Isa wünsche dir weiter alles Liebe und viele spannende Erlebnisse,
    big Kiss Pia
    PS: Nun hast du ja schon fast die Hälfte! Unglaublich wie die Zeit rast!:)

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  4. Tschambo Isa
    Hab mich lange nicht gemeldet, weil einfach immer wieder soviel los war, sorry. Aber ich hab immer wieder an Dich gedacht...
    Schön, was Du so erlebst und wie Du Dich mehr und mehr einlebst. Der Besuch im Dorf von James war sicher ein besonderes Erlebnis:-). Du hast übrigens einen coolen Schreibstil. Die "Motocrossfahrt" wirst Du sicher auch nicht so schnell vergessen, gel. Ich fand es auch immer ganz toll, hinten mit zu fahren (in den Ferien), aber natürlich habe ich die Fahrer vorher meist schon ein wenig gekannt.
    Die Reaktion der Kinder in bei der Schule erinnert mich an ein Erlebnis in Madagaskar. Wir liefen durch ein Dorf und alle habe uns angeschaut, fingen an zu lachen bzw. ein Kind lief schreiend davon(in Afrika werden die Kinder vor dem "weissen Geist" gewarnt). Das war schon ein spezielles Feeling.
    Mit unseren 3 Tageskids geht's sehr gut. Ich habe sie alle sehr gern und sie kommen jetzt auch immer besser miteinander aus. 2 Modis sind ja 4j. und manchmal im Konkurrenzkampf, wer das sagen hat. In gewissen Situationen kann ich nur lachen, weil sie so kindlich kreativ aus den alltäglichsten Sachen irgendetwas Neues machen oder andere Flausen im Kopf haben. Gott-sei-Dank hören Sie relativ gut, wenn ich mal schimpfe oder die Grenzen durchgebe. Daneben habe ich noch einen ganz interessanten und lieben Kontakt zu einer Tamilenfamilie mit 3 Kids. Wenn ich Sie besuche, fühle ich mich wie im Ausland. Es läuft der tamilische TV-Sender (so ähnlich wie Bollywood abwechselnd mit den neuesten Kriegsnachrichten oder Werbesendungen für Goldschmuck). Das Essen ist sehr fein, aber es gibt eigentlich keine Tischkultur. D.h. man isst mit dem Teller auf dem Schoss und jeder beginnt, wenn er seinen Teller hat. Natürlich formt man den Reis mit den Fingern zu Kugeln und die Kids werden oft noch gefüttert (2-6J.!). Ich nehme aber oft einen Löffel, weil mir das mit der kompakten Kugel einfach nicht so leicht fällt.

    Das Teamtreffen bei Pia war wieder ganz schön, gemütlich und natürlich mit viel feinem Essen. Wir haben an Dich gedacht:-). Pia & Stefan haben uns mit ihrer Gastfreundschaft verwöhnt, ja das Wetter war sogar warm, so dass wir das Apero draussen genossen.
    Nächste Woche werde ich meine Eltern in Deutschland für 1 Woche besuchen, meine Mutter pflegen und versuchen, meinen Vater zu entlasten. Beide sind schon fast 80J.! Meine Mutter hat leider zunehmende Muskelschwäche und dazu noch so starke Osteoporose...z.Z. 3 Wirbelsäulenfr. Bin gespannt, wie das so wird... und freue mich auch auf diese besondere Zeit mit meiner Mutter. Mein Vater kann derweil in die CH in die Ferien zu meinen Schwiegereltern:-)
    So, Du siehst, es läuft geng ebes.... und der Frühling wie auch der Sommer sind dieses Jahr auch ganz toll. Geniesse die Blumen besonders in den Bergen.
    So, liebe Isa, wünsche Dir ganz eine schöne Zeit mit vielen guten, besonderen Überraschungen
    big hug Nikola

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