Mittwoch, 25. März 2009

A week in Paradise….

Am Freitag (13.3) war es endlich soweit…. Mombasa wir kommen oder besser gesagt Vipingo!
Um 22 Uhr 30 fuhr der Nachtbus, erstaunlicherweise pünktlich los.
Für 1400Ksh (etwas mehr als 20Fr.) haben wir uns die einzigen Single Seats geschnappt und fuhren somit First Class. Wenn dies nur immer so günstig wäre…
Wir haben beide praktisch die ganze Busfahrt geschlafen und erreichten Mombasa am Samstag um 6 Uhr morgens. Wir waren etwas überfordert, da wir irgendwie noch nicht ganz wach waren und mir wurde plötzlich bewusst, dass ich Anna nicht gefragt habe in welchem Hotel sie eigentlich sind. Somit standen wir vor dem Bus, umzingelt von Taxifahrern und hatten überhaupt keinen Plan. Wir haben uns entschieden zu warten bis das Bus Office aufmacht um die Rückfahrt zu organisieren. Der Geschäftsleiter kann dann ca. 15 Minuten später und machte für zwei verlorene Damen eine Ausnahme und hat früher aufgemacht.
Da wir keine Ahnung hatten wohin, haben wir uns (mit Hilfe des Reiseführers und Geschätsleiters) ein Hotel ausgesucht in dem wir Frühstück am Beach haben konnten. Dieses erreichten wir ca. 30 min später mit dem privaten Tuk Tuk des Geschäftsführers (welcher mehr als willig war uns zu helfen).
Im Mombasa Beach Hotel haben wir uns am Frühstücksbuffet richtig voll gefressen. Eine schöne Abwechslung nach fast 3 Monaten Instand Coffee und ungetoastetem Toast…

Um ca. 10 Uhr rief mich dann Anna an, meine Intuition war nicht schlecht… sie war in einem Hotel ca. 10 Minuten von dem Hotel entfernt wo wir waren. Perfekt..

20 Minuten später (wieder mit Tuk Tuk) waren wir am richtigen Ort und endlich habe ich Anna wieder gesehen. Freudige Sache…
Wir gingen dann alle gemeinsam zum Haus wo Anna und Sabine seit einigen Tagen wohnen.
Danach weiter zu ihrem Projekt. Beide arbeiten in einem WEMA-Center für Streetgirls.
Da es unglaublich heiss war, gingen wir zurück ins Hotel von Anna und Matt (Matt ist Anna’s Freund aus England und da sich Anna und Sabine ein Zimmer teilen, sind sie in ein Hotel ausgewichen), wo wir es uns im Pool abgekühlt haben. Wir waren unglücklicherweise in der Silent Zone und so vergingen kaum 5 Minuten und die erste Dame hat sich über uns beschwert. Erholsamer Urlaub wenn man sich über lachende Menschen aufregen kann. Naja.. Eva und ich sind irgendwann eingeschlafen… mein Vorteil war, dass ich im Schatten eingeschlafen bin. Eva lag in der prallen Sonne und sah danach aus wie eine Tomate… erster Tag, erster Sonnenbrand..Autsch!

Nach einem lecki Abendessen, gings dann wieder zurück ins Hotel wo Karaoke angesagt war. Eva, Sabine und Jerry hatten, dank Alkohol, das Gefühl das Publikum mit ihren zuckersüssen Stimmen zu beglücken (Eva ist definitiv die einzige die einen Ton trifft). Der Moderator der ganzen Sache musste Sabine das Mik beinahe aus den Händen reissen da sie gar nicht genug bekommen konnte. Alkohol enthemmt definitiv…

Am Sonntagmorgen ging es dann endlich weiter nach Vipingo. Wir waren mit dem Matatu unterwegs, was bei den Temperaturen, einer Luftfeuchtigkeit von ca. 350% und Gepäck, so ziemlich die unbequemste Reiseart ist die es gibt. Gefühlte 3 Stunden (30min.) später erreichten wir die Strassenkreuzung wo Pietro schon auf uns wartete. Nach 10 min. Autofahrt erreichten wir dann das Hotel.
The Secret Hotel ist wirklich ein Secret… Das Hotel ist mit so viel Liebe gemacht. Es ist klein und sehr fein, welches es familiär und gemütlich macht. Für mich war es the cutest hotel ever. Wir wurden so herzlich empfangen, man fühlte sich von der ersten Minute wie zu Hause… Einige vom Personal sind noch die gleichen wie im letzten Jahr… war sehr schön alle wieder zu sehen.
Nach der Zimmerbesichtigung gab es erst mal ein Glässchen Prosecco und danach die lang ersehnte Abkühlung im lauwarmen Pool :-). Wir waren die einzigen Gäste (da das Hotel erst ab April offiziell eröffnet ist) und konnten soviel Lärm machen wie wir wollten. Den Nachmittag verbrachten wir mit Nichtstun. Meine einzige Anstrengung war mich auf dem Liegestuhl von der einen Seite auf die andere zu drehen. Natürlich hatten wir uns alle viel zu erzählen.

Auf das Abendessen freute ich mich besonders, da Pietro wirklich ein fantastischer Koch ist. Es gab Rindsfilet…endlich wieder einmal richtig gutes Fleisch. Ich bin fast dahin geschmolzen so lecker war es.
Nach dem Essen und alle in leicht angetrunkenen Zustand sind wir alle mit den Kleidern in den Pool gesprungen, inklusive einem Wettbewerb wer die Beste Sprungfigur hinkriegt. Eva hatte sich die Sache etwas anders vorgestellt und sich in ihr Bikini geschmissen während wir schon eine Party im/am Pool hatten… sie war ganz verblüfft, dass sie die einzige im Bikini war. Sie kam ins Wasser und sagte todernst… „ I don’t like to swim with my clothes on“… Wir haben uns kaputt gelacht.
Mit mehr Wein und tollen Gesprächen, haben wir in meinen Geburi rein gefeiert. Irgendwann bin ich dann in mein riesengrosses (endlich wieder einmal Platz), mit einer guten Matratze ausgestattetes, Bett gefallen. Zablone hat alle unsere Betten mit Blumen geschmückt und mit Palmenblättern (oder sonstigen grünen Dinger) Lala salama (Schlaf gut) geschrieben…süss.
Ich habe geschlafen wie ein Baby…

Meinen Geburi haben wir gemütlich am Pool verbracht… viel mehr konnten wir auch nicht machen, da das Hotel in the middle of f… nowhere ist. Wir waren aber alle froh darum, wieder einmal ungeniert nichts zu tun.
Am Abend wurde ich dann total verwöhnt und fühlte mich wie eine kleine Prinzessin.

Am Dienstag ging Sabine zurück nach Mombasa. Anna und Matt hatten sich entschieden noch einen Tag zu bleiben. Matt ging mit Leslie einkaufen und hat sich tatsächlich gewagt hier Auto zu fahren (dies braucht def. Mut). Bei Anna hat sich über 3 Tage eine Eiterbeule am Finger entwickelt, wobei wir keine Ahnung hatten wieso. Es war also noch eine kleine Operation angesagt… wir haben Matt umhergejagt um Lokalanästhetika zu besorgen, da Anna sowieso schon wahnsinnige Schmerzen hatte (der Finger wurde auch immer dicker, welcher Matt sehr liebevoll nur noch fat finger nannte) und auf keinen Fall etwas tun wollte ohne „Betäubung“. Es ist hier kein Problem jedes Medikament rezeptfrei zu erhalten…
Die Durchführung war dann eine ziemliche Herausforderung und mässig erfolgreich, da Anna rumgezappelt hat wie ein Fisch im Trockenen. Die Schwellung nahm nach der ganzen Manipuliererei noch zu und die Schmerzen waren nicht weniger. Also machte sich ein Angestellter des Hotels noch auf den Weg Antibiotika und Schmerzmittel zu organisieren…
Am gleichen Tag hat Eva zum ersten Mal Sardellen gegessen und allergisch darauf reagiert. Sie hatte für eine kurze Zeit ungefähr gleich aufgeblasene Lippen wie Chiara (oder wie auch immer die heisst) Ohoven. Das war ein Bild… Zum Glück war es nur die Lippe die anschwoll.

Am Abend ist noch 20 Meter neben dem Hotel einem Angestellten (Jackson) das Haus niedergebrannt. Alle rannten rum wie verrückt um Wasser zu besorgen, da sie keine funktionierende Wasserpumpe hatten und so kam das Wasser ungefähr mit so viel Duck aus dem Schlauch wie wenn einer mit Prostataproblemen pinkelt. Bei der Trockenheit hätte das Feuer ziemlich leicht auf das Hotel übergehen können.
Am nächsten Tag haben Pietro und Leslie organisiert, dass Jackson ein neues „Haus“ erhält… etwas Holz, getrocknete Palmblätter und das Haus war fertig.

Als Anna und Matt weg waren, haben auch wir unsere Sachen gepackt und sind zu Leslie und Pietro nach Hause. Auch da war schon wieder alles zuckersüss arrangiert und dekoriert.
Da haben wir den Rest der Woche verbracht ohne grosse Ereignisse und Komplikationen.

Nun sind wir seit Sonntagabend wieder in Nairobi und irgendwie war es wieder ein kleines Kulturschöckli. Es war doch sehr schön wieder einmal etwas Luxus zu haben (ich spreche von fliessend, warmen Wasser, einer Toilette die funktioniert und einem Bett bei dem man nicht den Lattenrost durch die Matratze fühlt… Jaja, Isi wird bescheiden).
Naja alles hat mal ein Ende und der Alltag hat uns wieder…

Ich habe wohl etwas zugelegt in der Woche, ich habe schon von you are getting big bis you are fat von den Leuten mit denen ich hier zusammen lebe/arbeite gehört :-).. Charming. Die ganze Sache relativiert sich etwas… da die die es sagen immer noch ca. 20kg schwerer sind als ich. Whatever…

Vielen Dank für alle Anrufe und Nachrichten an meinem Geburi!

Love
Isa

Ps: Es tut mir leid, wenn ich nicht mehr ganz so häufig neue Einträge schreibe. Ich habe doch hier auch schon einen ziemlichen Alltagtrott und es gibt Tage und Wochen in denen nicht viel Erwähnenswertes passiert. Ich bin viel unterwegs und manchmal bin ich auch etwas faul. Aber ich gebe mir Mühe und bitte macht euch keine Sorgen (gäu Pia).



















Dienstag, 3. März 2009

Suddenly time goes fast…

Noch vor einem Monat, dachte ich ein Jahr gehe nie vorbei und hatte keine Ahnung wie ich das aushalte. Mein Lichtpunkt war die Woche in Mombasa, die aber endlos weit weg schien.

Nun ist plötzlich anfangs März und in weniger als 2 Wochen gehen wir nach Mombasa, wo ich meinen Geburi, mit Pietro und Leslie (bei ihnen war ich letztes Jahr), Eva und den 2 Volunteers, welche in Mombasa sind, feiern werde. Omg... ich werde schon 28ig :-). Irgendwie ist also dieser Februar plötzlich wahnsinnig schnell vorbei gegangen. Wir haben vom Montag bis Samstagmittag durchgearbeitet und am Abend und Wochenende haben wir mit den Girls vom letzten Eintrag das Nachtleben von Nairobi entdeckt.

Das Arbeiten ist nach wie vor nicht wahnsinnig spannend und immer mit viel Warterei verbunden. Die Tage können sehr lang werden…
Ich gewöhne mich langsam daran die Kinder mit Sirup abzufüllen und ihr Geschrei zu ertragen. Ich habe aber schon festgestellt, dass ich mehr für die Erwachsenen gemacht bin und nicht für Babys. Alles ist irgendwie einfacher… Was zwischendurch ein Problem ist, ist die Sprache. Mein Swahili macht nicht gerade Fortschritte und manche Patienten sprechen kaum Englisch (was sie aber nicht sagen und dann die Medis total falsch einnehmen).
Mein Highlight der letzten Woche war, dass ich einen aufgeschlitzten Fuss und eine aufgeplatzte Augenbraue nähen konnte mit allem drum und dran (Petra sei dank… Sie hat mir dies vor Afrika mit viel Geduld beigebracht). Es ist aber ein ziemlicher Unterschied, ob man ein Handtuch zunäht oder Haut :)… vielleicht ist ihre Haut irgendwie dicker, aber es war auf jeden Fall ziemlich anstrengend.

So Mitte Februar haben wir entschieden, dass wir nicht versuchen sowenig Geld wie möglich auszugeben, sondern es uns gut gehen zu lassen. Das Leben kann so kurz sein, was wir wieder mal erfahren haben mit der Geschichte von Corina die in Ruanda ein Praktikum machte und plötzlich sehr krank wurde. Wir wurden Anfangs Februar von der Schweizer Botschaft angefragt ob wir für Corina (24 Jahre, Medizinstudentin) Blutplättchen spenden könnten. Hier ist es so, wenn keine Spender vorhanden sind, gibt es keine Transfusionen… Sie haben fast 2 Wochen um sie gekämpft und am Ende den Kampf verloren.
Auch wenn es vielleicht komisch klingt, aber dies war der Auslöser für unseren Sinneswandel.
Seither gehen wir zwischendurch in sehr gute Restaurants, gehen öfters aus und lassen uns verwöhnen.
Am Sonntag wollten wir schwimmen gehen und haben uns entschieden bei den Hotels anzufragen ob man die Pools benutzten kann wenn man nicht Gast sei. Beim New Stanley Hotel (Mitten in der Stadt) haben sie uns dann gesagt, dass wir neben dem Pool auch den Spa Bereich und das Fitnessstudio benutzen können für 1000ksh (=16 Franken). Nix wie hin…
Nach einer kurzen Nacht war dies das perfekte Sonntagsprogramm (das Fitnessstudio haben wir erfolgreich ignoriert). Wir haben es uns mit einem Gläschen Weisswein am Pool gemütlich gemacht (wir = Jeldone, Adrine, Eva und ich). Eva und ich haben versucht den anderen zwei Mädels schwimmen beizubringen. Der Erfolg war mässig, da sie wahnsinnig Angst hatten und wirklich keine Ahnung haben von den Bewegungen… it needs a bit more time. Nach dem Dampfbad und einer wunderbar heissen Dusche (hätte am liebsten in der Dusche geschlafen) machten wir uns relaxed auf den Nachhauseweg… Dies wird bestimmt wiederholt.

Ja und das Nachtleben ist definitiv ein wenig spannender als in Bern :-). Wir gehen nun öfters in den Club Red Tape… ein cooler Schuppen mir echt guter Musik. Das gute an diesem Ort ist, dass man auch viele Sitzgelegenheiten hat und nicht herumstehen muss wenn man nicht tanzen möchte. Tanzen kann sehr anstrengend sein, da sich die Typen irgendwie von jeder Art Hinterteil angezogen fühlen… es vergeht keine Minute, da wird Frau angetanzt und zwar immer von hinten. Was ich aber sagen muss… These guys know how to dance! Unglaublich was die Frauen mit ihren Hinterteilen alles anstellen und auch die Männer sind ziemlich locker in der Hüfte. Manchmal ist es auch einfach toll zuzuschauen…

Viel mehr habe ich im Moment nicht zu erzählen… der nächste Eintrag wird von Mombasa sein.

Auch wenn ich mich nun langsam wohl fühle hier, vermisse ich euch zu Hause sehr. Ich freue mich über jedes Mail, Telefon und jeden Kommentar im Blog riesig. Ich bin begeistert wie ihr an meinem Abenteuer Afrika teilnehmt!!!

Love
Isa