Dienstag, 3. Februar 2009

Safari in Naivasha

Am Freitag ging es in den Ausgang. Wir starteten mit Apéro in einer Bar im Stadtzentrum und ich habe unseren afrikanischen Freunden den „gespritzten Weissen“ (klingt ziemlich ironisch) etwas näher gebracht. Danach gingen wir irgendwo hin, was so ziemlich in the middle of f… nowhere war. Dort wurde traditionelle Musik gespielt und zwischendurch auch von ein paar Jungs eine Tanzeinlage vorgeführt. Natürlich fanden sie es nötig Leute aus dem Publikum auf die Bühne zu zerren. Muzungus eignen sich dazu bestens, da wir komischerweise nicht übersehen werden. Die ganze peinliche Aktion wurde auch noch gefilmt, wie sich später herausstellte von einem brasilianischen TV-Sender. Was sie genau machten habe ich nicht verstanden, aber der Moderator dieser ganzen Sache hat mir seine Karte dagelassen, sogar mit Zimmernummer. Wir dachten aber, dass ein Typ, der wie ein Softdrink benannt ist nichts sein kann (und natürlich auch noch aus ganz anderen viel wichtigeren Gründen, gäu Chrigu), aber hey, wir sind im Fernsehen :-). Dann fuhren wir weiter zum besten Club der Stadt, aber Musik war Scheisse und so fuhren wir zum Nächsten. Da haben wir etwas getanzt und gestaunt über den Tanzstil einiger afrikanischen Pärchen (man musste manchmal schon genauer hinsehen um zu sehen, dass dies wirklich nur tanzen ist. Ich lasse jetzt Raum für eigene Ideen wie das wohl ausgesehen hat). Irgendwann ging es dann weiter, ich schon fast im Stehen einschlafend wollte nur noch ins Bett, aber nein, die Mädels wollten noch weiter, meine Güte haben die Energie. Zum Glück haben wir nichts mehr Schlaues gefunden und gingen so um 4.30 Uhr nach Hause.

Den Samstag gingen wir etwas ruhiger an, da wir wussten, dass es am Sonntag ziemlich früh losging. Also habe ich wieder mal von Hand gewaschen (
das erste Mal war es noch lustig, aber schon jetzt vermisse ich die Waschmaschine so badly), etwas in der Sonne gelesen und sonst die Seele baumeln lassen, zumindest bis zur kalten Dusche. Unglaublich aber wahr, ich habe mich schon fast daran gewöhnt und ich krieg es mittlerweile hin nicht mehr ununterbrochen zu fluchen wenn mich die ersten kalten Tropfen erreichen.

Am Sonntag ging es um 6.30 Uhr los. Tr
effpunkt war das Hilton Hotel. Alle waren 15 Minuten zu früh, wir haben die african time definitiv noch nicht intus. Zu unserem Erstaunen war aber der Driver auch schon da. Wir haben uns entschieden, anstatt mit Bus hin und zurück, über ein Reisebüro die Safari zu organisieren, so hatten wir einen Fahrer für den ganzen Tag. Da wir 8 Personen waren, kam die Sache auch nicht so teuer.
Naivasha ist einer der kleinsten Nationalparks in Ke
nya (vielleicht auch Afrika). Es ist erlaubt mit dem Fahrrad umherzufahren oder auch zu laufen. Man könnte also auch ohne Guide gehen. Wir fanden aber den Guide die bequemere und sicherere Variante. Ich hätte keine Ahnung wie ich reagieren würde wenn plötzlich ein Büffel oder ein Löwe mein Weg kreuzen würde. Leider haben wir diese aber nicht gesehen. Es hat sich ziemlich einseitig auf Zebras, Impalas, Gazellen, Hyraxes (die sehen aus wie eine Mischung aus übergrossen Ratten und Hasen ohne Ohren, aber sind kaum vorstellbar, verwandt mit Elefanten), Warthogs und Hartebeests. Was aber unglaublich ist, ist die Landschaft. Diese Weiten und die Stille sind unbeschreibbar schön. Trotzdem, war ich etwas enttäuscht als wir so gegen 13 Uhr schon die Runde gemacht hatten und nun bei einem Picnic-Spot ankamen. Es hiess dann wir könnten nun noch etwas „spazieren“, es habe sehr sehenswerte Gages (Schluchten). Natürlich wollten sie dafür extra Geld, da dies mit einem anderen Guide war. Wir zögerten etwas und fragten ob wir auch ohne Guide gehen könnten. Sie haben uns davon sehr abgeraten und erzählt das sich ein junger Mann gestern den „Rücken gebrochen“ habe (später hat er noch erwähnt, dass der Mann 27 ist und jetzt im Rollstuhl sitze) und am Morgen habe sich eine Frau bei einem Sturz die Schulter luxiert. Wir waren relativ schnell davon überzeugt, dass Begleitung keine schlechte Idee wäre. Also machten wir uns auf den ca. 2 stündigen „Spaziergang“ mit einigen Klettereinlagen. Zum Glück trug niemand FlipFlops (auch ich habe gelernt... man denke an die Philippinen), dieser hätte nach 2 Minuten umkehren müssen, denn es war von Anfang an ziemlich holprig, steil und rutschig. Als wir dann unten in der Schlucht ankamen, staunten wir nicht schlecht. Es war wunderschön und wir waren alle von der ersten Sekunde an begeistert und froh uns dafür entschieden zu haben. Durch die Schlucht floss vor ganz vielen Jahren Lake Naivasha, welcher damals wohl eher Fluss als See war und in der Regenzeit füllt sich die Schlucht bis zu 6 Meter hoch mit Wasser. Durch das Wasser haben sich fantastische Gesteinsformationen gebildet und das einfallende Licht wirft schöne Schatten (alle Hobbyfotografen wären begeistert vom Licht). Überall lagen schwarze Vulkansgesteine herum, welche scharf sein können wie zerbrochenes Glas. Die Klettereinheiten hatten es in sich und ohne Guide wären wir nicht sehr weit gekommen. Zwischendurch fallen Jungtiere in die Schlucht, welche der Grund sind für einen unglaublich beissenden Gestank… Der Guide (Joseph) sagte nur „you get used to it“… wir aber definitiv nicht used to it wollten nur noch schnell weg von dem armen kleinen Impala von dem nicht mehr viel übrig war.
Wir liefen dann noch in die andere Richtung der
Schlucht, wobei wir die meiste Zeit durch Wasser liefen. Das schöne am Wasser war… es war warm bis heiss Dies ist, weil unterirdisch noch vulkanische Aktivitäten sind und so ergeben sich irgendwie heisse Wasserquellen. Wenn man den Fuss ins Wasserbeet grub, wurde es so heiss, dass man sich beinahe verbrannte.
Am Ende mussten wir natürlich auch wider hochklettern und als wir oben ankamen (ausser Atem) kamen wir in den Genuss eines unglaublichen Ausblicks über die Schlucht, wirklich atemberaubend schön.


Jetzt ist Dienstag und ich liege krank im Bett, zum Glück ist es nicht Malaria… we call it common cold hat der Labormensch gesagt. Mit dem kann ich gut leben.



6 Kommentare:

  1. God blesss u-get well soon...kissC

    AntwortenLöschen
  2. Gott sei Dank gibt's auch in Kenia (oder schreibt man Kenya; ja wie schreiben es eigentlich die black Muzungus?) Internetcafés für Fotouploads. Ansonsten würde ich ja beinahe vergessen, wie die schönste Muzungus überhaupt aussieht. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin neidisch auf so viel Kultur, so tolle Landschaften, so tolle Stories...denn ich hab' den vielen Schnee satt, die Eiszeit bis zum Hals und die Winterreifen sind auch nicht mein Ding. Ich will Frühling, Sommer und die schönste Muzungu!!! Love C. aus L.

    AntwortenLöschen
  3. Hey Isa! Tönt ja einfach mega spannend! Mir geht es wie vielen anderen, ich hätte auch gerne Frühling. Nun haben die Kinder noch Sportferien und wollen unbedingt nochmals aufs Snowboard(grummel, grummel!).
    Etwas gutes haben die kalten Temperaturen doch:
    gestern ging unser Kühlschrank kaputt. Habe nun im Holz und Fahrradschober vorübergehend einen begehbaren Kühlschrank eingerichtet.Habe zuerst geflucht wie ein Rohrspatz, musste dann aber an dich denken und wie stark du dich schon an all die Begebenheiten angepasst hast. Also werde ich wohl eine Woche mit einem Provisorium leben können. Sonst geht es uns wieder gut, Käfer sind gekillt:)! Weisst du was? Wir gehen im Herbst tatsächlich nach Amerika in die Ferien! Freuen uns alle schon sehr! Bin nun fleissig am planen und organisieren, macht Spass.
    So Muus! Wünsche dir von Herzen gute und schnelle Besserung bis bald,
    Big Kiss Pia

    AntwortenLöschen
  4. Hi Isa, übrigens kommt diese Woche Amanda Ammann, Ex-Miss-CH, zum Arbeiten als Krankenschwester )o.s.ä.) nach Nairobi. Vielleicht triffst Du sie ja? LG, RH

    AntwortenLöschen
  5. Hoi Isa
    das tönt ja mega gut mit der safari. Da wäre ich am liebsten auch mal schnell mitgekommen. Schön, dass sich niemand "den Rücken gebrochen hat" und dass Du neben der Arbeit auch etwas von der Schönheit Afrikas mitbekommst.
    Wünsche Dir gute und schnelle Erholung. Habe leider schon länger eine Erkältung(-sgrippe), die immer wieder andere Varianten aufzeigt. Heute bin ich heisser. das ist lustig, wenn ich ans Telefon gehe:)
    ganz liebe Grüsse&big hug
    Nikola

    AntwortenLöschen
  6. Heeeeeeeeey Isa, hie ouno schnäu es paar Wörtli vo mir uf däm Wäg ;) ig finde, du machsch das super und ig ha di schrecklech gärn... go girl!! Andy

    AntwortenLöschen