Donnerstag, 19. Februar 2009

Valentine’s Day…

Ich glaube die Sache mit der Liebe an diesem einen bestimmten Tag, ist in Afrika noch viel populärer als in der Schweiz. Sogar in den Bars hängen überall rote Luftballons. Ein Kenyaner, welcher uns über 5 Minuten ungefragt begleitete, war sehr stolz auf den Valentinstag, bis er realisierte, dass wir diesen Tag kennen. Er dachte, Valentinstag sei nur in Kenya… irgendwie süss :-)

Auf jeden Fall bekamen wir Mitte letzte Woche diese SMS: Lukin 4 luv or jus celebratin it this valentine? We love you! N want u 2 come join us, ur friends n family this 14th feb 2 salute the great gift of luv. Kick off’s @ 11am 2 sundown. Come make merry n cheer on the luv!
Wer sich über das Englisch wundert, dies ist harmlos. Die SMSen sind für uns zum Teil wie sehr komplizierte Matheaufgaben zu lösen. Es wird alles irgendwie abgekürzt, damit die Smsen nicht zu lang werden… spart kosten.
Nach dem Arbeiten haben wir uns auf den Weg nach Ruiru gemacht, welches ungefähr 45 min von Nairobi weg ist. In einem voll gestopften Matatu, welches so tief ist, dass grosse Leute nicht gerade sitzen können, eine ziemlich lange Fahrt.
Als wir dann ankamen, haben wir uns zu Fuss auf den Weg gemacht und da wir uns noch erinnern konnten wo ihr Haus ist. Auf dem Weg habe ich Jeldon angerufen und sie konnte nicht glauben, dass wir alleine los marschiert waren und wollte, dass wir warten. 2 Muzungus am Strassenrand stehend, war dann aber nicht unbedingt besser und wie üblich waren wir die Tiere im Zoo.
Als wir endlich bei ihnen waren, wurden wir sehr herzlich empfangen. Die Girls sind einfach unglaublich süss…

Wir haben einen sehr schönen Nachmittag bei Ihnen verbracht mit tollem Essen von Adrine gekocht (ausser das Fleisch… dies ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, ist wie Kaugummi kauen, eigentlich mögen wir es überhaupt nicht… zu verwöhnt!) und tollen Gesprächen. Die meisten Afrikaner sind sehr religiös und so ist auch beten vor dem Essen ein Thema. Ich stehe immer ein bisschen doof da und etwas fehl am Platz, aber es ist trotzdem interessant ein Teil des Ganzen zu sein. Es gibt auch immer lange Diskussionen, wenn ich sage, dass ich nicht besonders oder besser, gar nicht religiös bin. Dies ist für sie schwer nachvollziehbar...
Es ergaben sich auch einige sprachliche Highlights… asl wir etwas über Sinn und Unsinn des Valentinstages philosophierten sagte Edwin… it depends if you are a murshy person… ich schaute in mit grossen Augen an und sagte nur, what did u just say?? Denn in meinen Ohren klang es nach muschi Person (es wird auch so ausgesprochen) und konnte mich vor lachen kaum mehr halten. Edwin rannte zu Eva um herauszufinden, was dies in Deutsch bedeutet… sie hat dann nur mit dem Finger darauf gezeigt und wenn man es hätte sehen können, wäre seine Gesichtfarbe dunkelrot gewesen… er hat sich davon eigentlich gar nicht mehr erholt.
Wir haben eine Art Tabu gespielt, wobei ich schon zwischendurch an meine sprachlichen Grenzen kam und an den Akzent habe ich mich auch noch nicht so ganz gewöhnt.
Alles in allem war dies ein sehr schöner Valentintag…

Am Sonntag sind wir dann mit den anderen Volunteers in einen nahe gelegenen Park gegangen und haben’s und so richtig gemütlich gemacht. Bei lecki Essen und angenehmen 28° haben wir die Seele baumeln lassen.



Am Montag war dann echt ein sogenannter fucking monday... direkt nach dem Frühstück, musste ich ein Verband machen bei einem Typen mit halbtotem Finger... sah nicht sehr schön aus. Es wird eigentlich nicht verbunden, es heisst nur dip in iodine and leave it open... ok.
Danach kam ein baby Girl mit einer Eiterbeule (hier Boil genannt, was sehr häufig ist) am Kinn, welche entleert werden sollte. Dies ist sowieso nicht meine Lieblingsbeschäftigung, bei Kinder schon gar nicht und im Gesicht noch weniger. Es kam soviel Eiter aus dem armen Mädchen, dass ich mich echt beinahe übergeben musste, sowas habe ich noch nie gesehen... Als krönender Abschluss, hat mir noch ein kleiner Junge über die Füsse gekotzt... lovely day!!!


(pic 1: Jeldone, pic 2: Adrine, pic:3 Bilha, pic 4: Lady in the green dress = Stella)


Freitag, 13. Februar 2009

Let me introduce...














Sister Jane - Sie ist die älteste im Team. Wenn Fred (Arzt) nicht da ist ersetzt sie ihn. Sie ist also irgendwie Sister und Daktari. Ansonsten ist sie die Hauptverantwortliche für die schwangeren Frauen die zur Kontrolle kommen (Montag und Donnerstag).

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Moreen
- Sie ist angestellt als Köchin, Putzfrau und unterstützt Nancy an der Rezeption. Sie arbeitet fast 12 Stunden täglich und verdient beinahe nichts (Sie kriegt etwas mehr als wir und unser Gehalt wird als Pocketmoney bezeichnet), weil sie keine Ausbildung hat. Sie würde sich aber niemals beklagen… Sie ist die älteste von 4 Schwestern und ist für die Finanzierung der ganzen Familie verantwortlich (zusammen mit der 2.ältesten) und bezahlt die Ausbildung der jüngeren Schwestern. Für sie selbst bleibt gar nichts übrig...

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Sister Nancy
- ihr Hauptbereich ist die Rezeption. Zwischendurch ist sie auch im Tratmentroom. Wenn Jane die Arztfunktion übernimmt, ist Nancy am Montag und Donnerstag für die die schwangeren Frauen zuständig.


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Sister Eva
the other Swiss volunteer. Wir sind beide im Treatmentroom...


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Frank
the Laboratory man. Ich weiss nicht wie häufig er pro Tag Blut auf Malariaerreger untersucht…auf jeden Fall sehr oft!


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Es fehlen: Emily – die Apothekerin, aber wie gesagt, hier können eigentlich alle alles…
Fred – der „Arzt“… dieser macht nichts anderes als Arzt sein.

Dienstag, 3. Februar 2009

Safari in Naivasha

Am Freitag ging es in den Ausgang. Wir starteten mit Apéro in einer Bar im Stadtzentrum und ich habe unseren afrikanischen Freunden den „gespritzten Weissen“ (klingt ziemlich ironisch) etwas näher gebracht. Danach gingen wir irgendwo hin, was so ziemlich in the middle of f… nowhere war. Dort wurde traditionelle Musik gespielt und zwischendurch auch von ein paar Jungs eine Tanzeinlage vorgeführt. Natürlich fanden sie es nötig Leute aus dem Publikum auf die Bühne zu zerren. Muzungus eignen sich dazu bestens, da wir komischerweise nicht übersehen werden. Die ganze peinliche Aktion wurde auch noch gefilmt, wie sich später herausstellte von einem brasilianischen TV-Sender. Was sie genau machten habe ich nicht verstanden, aber der Moderator dieser ganzen Sache hat mir seine Karte dagelassen, sogar mit Zimmernummer. Wir dachten aber, dass ein Typ, der wie ein Softdrink benannt ist nichts sein kann (und natürlich auch noch aus ganz anderen viel wichtigeren Gründen, gäu Chrigu), aber hey, wir sind im Fernsehen :-). Dann fuhren wir weiter zum besten Club der Stadt, aber Musik war Scheisse und so fuhren wir zum Nächsten. Da haben wir etwas getanzt und gestaunt über den Tanzstil einiger afrikanischen Pärchen (man musste manchmal schon genauer hinsehen um zu sehen, dass dies wirklich nur tanzen ist. Ich lasse jetzt Raum für eigene Ideen wie das wohl ausgesehen hat). Irgendwann ging es dann weiter, ich schon fast im Stehen einschlafend wollte nur noch ins Bett, aber nein, die Mädels wollten noch weiter, meine Güte haben die Energie. Zum Glück haben wir nichts mehr Schlaues gefunden und gingen so um 4.30 Uhr nach Hause.

Den Samstag gingen wir etwas ruhiger an, da wir wussten, dass es am Sonntag ziemlich früh losging. Also habe ich wieder mal von Hand gewaschen (
das erste Mal war es noch lustig, aber schon jetzt vermisse ich die Waschmaschine so badly), etwas in der Sonne gelesen und sonst die Seele baumeln lassen, zumindest bis zur kalten Dusche. Unglaublich aber wahr, ich habe mich schon fast daran gewöhnt und ich krieg es mittlerweile hin nicht mehr ununterbrochen zu fluchen wenn mich die ersten kalten Tropfen erreichen.

Am Sonntag ging es um 6.30 Uhr los. Tr
effpunkt war das Hilton Hotel. Alle waren 15 Minuten zu früh, wir haben die african time definitiv noch nicht intus. Zu unserem Erstaunen war aber der Driver auch schon da. Wir haben uns entschieden, anstatt mit Bus hin und zurück, über ein Reisebüro die Safari zu organisieren, so hatten wir einen Fahrer für den ganzen Tag. Da wir 8 Personen waren, kam die Sache auch nicht so teuer.
Naivasha ist einer der kleinsten Nationalparks in Ke
nya (vielleicht auch Afrika). Es ist erlaubt mit dem Fahrrad umherzufahren oder auch zu laufen. Man könnte also auch ohne Guide gehen. Wir fanden aber den Guide die bequemere und sicherere Variante. Ich hätte keine Ahnung wie ich reagieren würde wenn plötzlich ein Büffel oder ein Löwe mein Weg kreuzen würde. Leider haben wir diese aber nicht gesehen. Es hat sich ziemlich einseitig auf Zebras, Impalas, Gazellen, Hyraxes (die sehen aus wie eine Mischung aus übergrossen Ratten und Hasen ohne Ohren, aber sind kaum vorstellbar, verwandt mit Elefanten), Warthogs und Hartebeests. Was aber unglaublich ist, ist die Landschaft. Diese Weiten und die Stille sind unbeschreibbar schön. Trotzdem, war ich etwas enttäuscht als wir so gegen 13 Uhr schon die Runde gemacht hatten und nun bei einem Picnic-Spot ankamen. Es hiess dann wir könnten nun noch etwas „spazieren“, es habe sehr sehenswerte Gages (Schluchten). Natürlich wollten sie dafür extra Geld, da dies mit einem anderen Guide war. Wir zögerten etwas und fragten ob wir auch ohne Guide gehen könnten. Sie haben uns davon sehr abgeraten und erzählt das sich ein junger Mann gestern den „Rücken gebrochen“ habe (später hat er noch erwähnt, dass der Mann 27 ist und jetzt im Rollstuhl sitze) und am Morgen habe sich eine Frau bei einem Sturz die Schulter luxiert. Wir waren relativ schnell davon überzeugt, dass Begleitung keine schlechte Idee wäre. Also machten wir uns auf den ca. 2 stündigen „Spaziergang“ mit einigen Klettereinlagen. Zum Glück trug niemand FlipFlops (auch ich habe gelernt... man denke an die Philippinen), dieser hätte nach 2 Minuten umkehren müssen, denn es war von Anfang an ziemlich holprig, steil und rutschig. Als wir dann unten in der Schlucht ankamen, staunten wir nicht schlecht. Es war wunderschön und wir waren alle von der ersten Sekunde an begeistert und froh uns dafür entschieden zu haben. Durch die Schlucht floss vor ganz vielen Jahren Lake Naivasha, welcher damals wohl eher Fluss als See war und in der Regenzeit füllt sich die Schlucht bis zu 6 Meter hoch mit Wasser. Durch das Wasser haben sich fantastische Gesteinsformationen gebildet und das einfallende Licht wirft schöne Schatten (alle Hobbyfotografen wären begeistert vom Licht). Überall lagen schwarze Vulkansgesteine herum, welche scharf sein können wie zerbrochenes Glas. Die Klettereinheiten hatten es in sich und ohne Guide wären wir nicht sehr weit gekommen. Zwischendurch fallen Jungtiere in die Schlucht, welche der Grund sind für einen unglaublich beissenden Gestank… Der Guide (Joseph) sagte nur „you get used to it“… wir aber definitiv nicht used to it wollten nur noch schnell weg von dem armen kleinen Impala von dem nicht mehr viel übrig war.
Wir liefen dann noch in die andere Richtung der
Schlucht, wobei wir die meiste Zeit durch Wasser liefen. Das schöne am Wasser war… es war warm bis heiss Dies ist, weil unterirdisch noch vulkanische Aktivitäten sind und so ergeben sich irgendwie heisse Wasserquellen. Wenn man den Fuss ins Wasserbeet grub, wurde es so heiss, dass man sich beinahe verbrannte.
Am Ende mussten wir natürlich auch wider hochklettern und als wir oben ankamen (ausser Atem) kamen wir in den Genuss eines unglaublichen Ausblicks über die Schlucht, wirklich atemberaubend schön.


Jetzt ist Dienstag und ich liege krank im Bett, zum Glück ist es nicht Malaria… we call it common cold hat der Labormensch gesagt. Mit dem kann ich gut leben.