Ich glaube die Sache mit der Liebe an diesem einen bestimmten Tag, ist in Afrika noch viel populärer als in der Schweiz. Sogar in den Bars hängen überall rote Luftballons. Ein Kenyaner, welcher uns über 5 Minuten ungefragt begleitete, war sehr stolz auf den Valentinstag, bis er realisierte, dass wir diesen Tag kennen. Er dachte, Valentinstag sei nur in Kenya… irgendwie süss :-)
Auf jeden Fall bekamen wir Mitte letzte Woche diese SMS: Lukin 4 luv or jus celebratin it this valentine? We love you! N want u 2 come join us, ur friends n family this 14th feb 2 salute the great gift of luv. Kick off’s @ 11am 2 sundown. Come make merry n cheer on the luv!
Wer sich über das Englisch wundert, dies ist harmlos. Die SMSen sind für uns zum Teil wie sehr komplizierte Matheaufgaben zu lösen. Es wird alles irgendwie abgekürzt, damit die Smsen nicht zu lang werden… spart kosten.
Nach dem Arbeiten haben wir uns auf den Weg nach Ruiru gemacht, welches ungefähr 45 min von Nairobi weg ist. In einem voll gestopften Matatu, welches so tief ist, dass grosse Leute nicht gerade sitzen können, eine ziemlich lange Fahrt.
Als wir dann ankamen, haben wir uns zu Fuss auf den Weg gemacht und da wir uns noch erinnern konnten wo ihr Haus ist. Auf dem Weg habe ich Jeldon angerufen und sie konnte nicht glauben, dass wir alleine los marschiert waren und wollte, dass wir warten. 2 Muzungus am Strassenrand stehend, war dann aber nicht unbedingt besser und wie üblich waren wir die Tiere im Zoo.
Als wir endlich bei ihnen waren, wurden wir sehr herzlich empfangen. Die Girls sind einfach unglaublich süss…
Wir haben einen sehr schönen Nachmittag bei Ihnen verbracht mit tollem Essen von Adrine gekocht (ausser das Fleisch… dies ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, ist wie Kaugummi kauen, eigentlich mögen wir es überhaupt nicht… zu verwöhnt!) und tollen Gesprächen. Die meisten Afrikaner sind sehr religiös und so ist auch beten vor dem Essen ein Thema. Ich stehe immer ein bisschen doof da und etwas fehl am Platz, aber es ist trotzdem interessant ein Teil des Ganzen zu sein. Es gibt auch immer lange Diskussionen, wenn ich sage, dass ich nicht besonders oder besser, gar nicht religiös bin. Dies ist für sie schwer nachvollziehbar...
Es ergaben sich auch einige sprachliche Highlights… asl wir etwas über Sinn und Unsinn des Valentinstages philosophierten sagte Edwin… it depends if you are a murshy person… ich schaute in mit grossen Augen an und sagte nur, what did u just say?? Denn in meinen Ohren klang es nach muschi Person (es wird auch so ausgesprochen) und konnte mich vor lachen kaum mehr halten. Edwin rannte zu Eva um herauszufinden, was dies in Deutsch bedeutet… sie hat dann nur mit dem Finger darauf gezeigt und wenn man es hätte sehen können, wäre seine Gesichtfarbe dunkelrot gewesen… er hat sich davon eigentlich gar nicht mehr erholt.
Wir haben eine Art Tabu gespielt, wobei ich schon zwischendurch an meine sprachlichen Grenzen kam und an den Akzent habe ich mich auch noch nicht so ganz gewöhnt.
Alles in allem war dies ein sehr schöner Valentintag…
Am Sonntag sind wir dann mit den anderen Volunteers in einen nahe gelegenen Park gegangen und haben’s und so richtig gemütlich gemacht. Bei lecki Essen und angenehmen 28° haben wir die Seele baumeln lassen.
Am Montag war dann echt ein sogenannter fucking monday... direkt nach dem Frühstück, musste ich ein Verband machen bei einem Typen mit halbtotem Finger... sah nicht sehr schön aus. Es wird eigentlich nicht verbunden, es heisst nur dip in iodine and leave it open... ok.
Danach kam ein baby Girl mit einer Eiterbeule (hier Boil genannt, was sehr häufig ist) am Kinn, welche entleert werden sollte. Dies ist sowieso nicht meine Lieblingsbeschäftigung, bei Kinder schon gar nicht und im Gesicht noch weniger. Es kam soviel Eiter aus dem armen Mädchen, dass ich mich echt beinahe übergeben musste, sowas habe ich noch nie gesehen... Als krönender Abschluss, hat mir noch ein kleiner Junge über die Füsse gekotzt... lovely day!!!
(pic 1: Jeldone, pic 2: Adrine, pic:3 Bilha, pic 4: Lady in the green dress = Stella)
