Am Montag ging es endlich weiter nach Karen Nairobi in die Passionist community… Es leben nur Priester hier :-). Als wir ankamen waren aber ganz viel Menschen vor dem Haupttor und im Areal (was sehr schön und ruhig ist), vor allem Frauen mit kleinen Kindern. Es wurde uns erklärt, dass diese hier Geld bekommen für Schulbücher, Kleider etc. Die meisten seien allein erziehende Mütter. Als wir Musungus dann mit unseren riesigen Koffern an ihnen vorbeigelaufen sind war das ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Wir wurden so angestarrt und es waren nicht gerade freundliche Blicke, vor allem unsere Jüngste (Sabine) konnte überhaupt nicht mit dieser Situation umgehen und fühlte sich wahnsinnig schlecht. Die Menschen warten tagelang vor diesem Tor um den Priester zu sehen und Geld zu erhalten, wenn dieser dann keine Lust mehr hat, müssen alle wieder gehen und am nächsten Tag wieder kommen. Die schmeissen die Frauen regelrecht aus dem Gelände und das ziemlich brutal, da die Frauen sich mit Worten nicht zufrieden geben.
Auf jeden Fall hier angekommen, haben wir sehr schöne Zimmer bezogen. Ich teile das Zimmer mit Anna (UK). Ich glaube sie hat den schlimmsten british Accent den ich je gehört habe, aber man gewöhnt sich an alles, richtig!? Wir verstehen uns sehr gut und we’re having lots of fun.
Dann fingen die Swahili lessons an… Unsere Lehrerin Paris… biiiiiiiiiiiiiiiig mama if you know what I mean :-)… wenn sie vor der improvisierten Wandtafel steht sieht man ein sehr üppiges, sagen wir riesengrosses Hinterteil. Laut Paris ist Swahili die einfachste Sprache der Welt… „it’s all about the pronounciation“ wiederholt sie wieder und wieder. Das Problem ist ihre Lehrmethodik ist eigentlich keine, sie schreibt Wörter an die Wand und wir sollen sie wiederholen. Ich weiss einfach nicht wie ich dada oder pika oder was auch immer anders aussprechen kann. Sie sagt die ganze Zeit „no good“. Anna hat es besonders schwer… „An no“ ist ihr Lieblinssatz. Anna traut sich gar nicht mehr zu sagen wenn Paris auf englisch daneben liegt und so wird ein doughnut ein doffnut und eine Ananas wird a pipeapple… whatever.
Die öffentlichen Transportmittel sind ein Abenteuer. Matatus (Pimped Toyota Buses) sind die beliebtesten… billig, stoppen überall und sagen nie nein wenn du fragst ob dies das richtige Matatu ist. Ob du aber dort ankommst wo du hinwolltest ist mehr als fraglich. Den Bus haben wir noch zur Auswahl, da die Strassen öfters ziemlich schlecht sind, ist man wesentlich sicherer wenn man sich festhält, ansonsten hat man das Gefühl man sei in einer ziemlich schlechten Achterbahn. Die Matatus haben häufig TV-Screens im Bus wo Musikvideos laufen und durch diverse Boxen kriegt man eine Dröhnung (kopfwegblas Dosis) Musik. Es wird ewig dauern bis wir das System darin erkannt haben, welches wohin fährt, aber Matatus sind echt eine coole Sache.
Gestern Abend hatten wir eine kleine Weinsession… Der Wein war ekelhaft, aber er hat gereicht um die Runde etwas aufzulockern. Irgendwann kamen zwei angehende Priester zu uns und tranken auch ein Gläschen Wein. Als ich die letzte öffnete und allen eingeschenkt hatte, schaute ich die Falsche an die schon wieder beinahe leer war (1.5 Liter Flasche) und sagte fucking hell… plötzlich realisierte ich, dass es vielleicht nicht angebracht ist fucking hell zu sagen wenn zwei Priester am Tisch sitzen… Fettnäpfchen again. Ich denke sie werden mir vergeben und mich in ihr Gebet einschliessen.
Heute waren wir auf der Botschaft und haben uns registrieren lassen, damit wir nicht verloren gehen :-). Da ich mich in der Schweiz abgemeldet habe muss ich mich hier anmelden. Zum Glück verdiene ich nichts, sonst müsste ich Steuern zahlen.
Als wir uns nach der schweizer Botschaft auf den Weg zur Belgischen machten war alles zum ersten Mal irgendwie zuviel. Es war so heiss, ich hatte Kopfschmerzen (bad wine), es waren wahnsinnig viele Leute auf der Strasse und der Verkehr ist die Hölle. Man muss echt extrem aufpassen, dass man nicht überfahren wird. Rücksicht ist ein Fremdwort und ich schaue immer noch in die falsche Richtung.
Als wir dann auch noch bei der kanadischen anstelle der belgischen Botschaft „ausgeladen“ wurden, wollte ich nur noch schlafen oder einfach etwas Zeit für mich, was ich nicht hatte seit wir hier sind.
Leider war nichts mit Freizeit.
Was folgte war… Swahili Lesson!

Das tönt ja lustig und stressig bi dir... Isch sicher vor auem itz am Afang chli blöd, aber das änderet sech de schono. U gly hesch de vilech ou chli mehr Zyt für di! Mi nimmt ja de wunger wide Swahili redsch wed zrügg chunnsch, de lachisch de sicher über d Chnörz vom Afang. Vermisse di ganz fescht u fröiemi immer öpis vo dir z ghöre. Muntsch, hadi gärn! Janine
AntwortenLöschenjambo liebi isa! habari gani? hawajambo sana! spannend di bricht z läse! fröie mi scho ufe nächscht! alles guete u guets iläbe u eifach geng polepole ;) bye bye häb dr sorg! lydia
AntwortenLöschenHey Muus!
AntwortenLöschenHabe mich geschüttelt vor Lachen, Isa und ihre Fettnäpfchen!...
Tönt alles echt abenteuerlich und spannend, wäre irgendwie auch gerne bei dir.
Ich würde es im Moment anstelle von bad Wine mit Wasser und co. versuchen.
Vermisse dich, habe an der letzten Teamsitzung allen gesagt, dass es sir gut geht und dass sie den Blog besuchen sollen. Sie wollten sofort alle Genaueres wissen!
Freue mich auf deinen nächsten Eintrag, wünsche dir in nächster Zeit doch etwas Ruhe und weiterhin gutes Einleben.
Big Kiss Pia