Dienstag, 27. Januar 2009

It’s getting better!

Die erste Arbeitswoche ist also vorbei… ich kann es immer noch kaum fassen, dass dies erst die 3 Woche ist. Ich dachte ja die Zeit würde rasen, aber dies wird wohl erst eintreffen wenn ich mich hier wie eine Art zu Hause fühle.

Das Wochenende war nicht ganz so trostlos wie das Erste als ich hier im Projekt ankam. Am Samstag haben wir die anderen Volunteers die in und um Nairobi wohnen und arbeiten getroffen. Den meisten geht es so wie mir und sind sich noch am anklimatisieren. Nach all den Erzählungen muss ich sagen bin ich sehr froh nicht in einer Gastfamilie zu sein. Alle werden kontrolliert und müssen sich ziemlich unterordnen. Sie haben aber den Vorteil, dass sie sich nicht selbst verpflegen müssen. Ich lebe ja seit einer Woche von Instant noodles, weil ich zu faul zum Kochen bin. Moreen kocht aber am Mittag immer was sehr leckeres und vor allem afrikanisches. Ich komme somit schon in den Genuss der afrikanischen Küche, welche sehr gut und vor allem sättigend ist.
Nach dem wir uns ausgetauscht hatten, machten sich alle vor dem eindunkeln auf den Nachhauseweg. Ein etwas langweiliger Abend folgte. Zum Glück habe ich meinen Laptop und noch ein paar Filme drauf (die ich zwar schon 100x gesehen habe, aber who cares).

Am Sonntag war ich dann eher in einer etwas apathischen Stimmung und konnte mich zu gar nichts motivieren. Habe viel geschlafen und ein paar Mails geschrieben. Eva ging in die Stadt und so hatte jeder etwas Zeit für sich alleine.
Am späteren Nachmittag kam dann Father Chris (wenn man ihn so sieht würde man nie darauf kommen das er ein Priester sein könnte) und wollte uns zu einem Spaziergang überreden, da ich aber in meiner speziellen Stimmung festsass wollte ich in meinem Kämmerlein bleiben und Eva ging allein. Nach 2 Min kam er ins Zimmer gestürzt und bestand darauf dass ich mitging. Ich schaffte es gerade noch meinen Schlabberlook in Jeans und T-Shirt umzuwandeln, aber für etwas Wimperntusche oder wenigsten die Haare zu kämmen blieb keine Zeit. Also ging ich total verpennt und leicht demotiviert nach draussen. Der Spaziergang war eine 30-45min. Autofahrt und endete bei seinen Freunden. Diese empfingen uns wahnsinnig herzlich und zu unserer Überraschung sass da noch eine Muzungu Lady aus Amerika (Claire). Sie schaute uns ähnlich überrascht an… Die Familie hat ungefähr 5 Töchter in unserem Alter (Claire hat eine der Töchter auch erst am Vortag durch Zufall kennen gelernt) und so kam es, dass wir alle zusammen zurück nach Nairobi fuhren und uns noch einen Drink und einen lecki Cheeseburger genehmigten. Die Mädels sind wirklich unglaublich nett, herzlich, offen und grosszügig. Es tat so gut wieder in einer netten Runde zu sitzen, zu diskutieren, zu lachen und einfach weg von dem Projekt zu sein.
Da wir soviel Spass hatten haben wir uns am Montag auch nochmals getroffen. Da wir mit Father Chris unterwegs waren, war es überhaupt kein Problem spät abends noch unterwegs zu sein. Ich bin im unendlich dankbar, dass er sich so süss um uns kümmert.
Das normale Leben rückt etwas näher…

Jetzt sind wir wieder am arbeiten oder besser gesagt ich. Eva hat sich etwas heute Morgen etwas schlecht gefühlt und hat doch tatsächlich schon Malaria. Nun ist sie erschlagen von der Dröhnung Medis die sie nehmen muss. Wir können uns gratis testen lassen, also habe ich dies gemacht… bei mir ist zum Glück noch alles in Ordnung

Donnerstag, 22. Januar 2009

Die Stimmung schwankt…

Am Sonntagmorgen war ich am Tiefpunkt angelangt. Wir hatten keine Ahnung was wir so den ganzen Tag machen sollten. Man hat uns gesagt, dass am Sonntag nicht so viele Leute in der Stadt seien und es deshalb nicht sicher sei. Irgendwie ist es ja schön, dass uns alle beschützen wollen, aber dies schränkt das Sein enorm ein.
Irgendwann habe ich dann Father George gesehen (er ist sozusagen der Chef hier) und ihn gefragt wie sicher es sei in die Stadt zu fahren. Er meinte dann zum Glück, dass dies kein Problem sei. Eva und ich waren etwas unsicher mit dem Matatu in die Stadt zu fahren, da wir bis jetzt immer in Begleitung von Locals waren. Irgendwann haben wir gesagt „scheiss drauf, wir Versuchens jetzt einfach mal,“ was sich dann als absolut problemlos herausgestellt hat. Sie haben auch keine Sekunde versucht von uns mehr Geld zu verlangen (wovor man uns auch immer wieder gewarnt hat). Eine Matatufahrt kostet 20Schilling (= 30 Rp.).
In der Stadt angekommen waren wir dann ziemlich stolz auf uns und die Stimmung war erstmals etwas besser. Welches sich leider auch schnell wieder änderte… es hatte wahnsinnig viele Leute in der Stadt, was wir gar nicht erwarteten (da wir ja ständig das Gegenteil gehört haben). Wir wurden pausenlos angestarrt und so war es mit dem Wohlfühlen schnell wieder vorbei. Wenigstens waren wir etwas draussen, sonst wären wir wohl depressiv geworden.

Am Montagmorgen ging es dann los mit arbeiten oder so ähnlich… Am Montag ist immer ziemlich viel zu tun, da die Clinic am Sonntag zu hat. Also haben sich schnell viele Leute draussen versammelt. Zuerst müssen sie sich an der Rezeption anmelden, damit die Krankengeschichte herausgesucht werden kann. Der ganze Raum ist voll mit Schachteln. Angeschrieben mit Zahlen von 2007-2009, welche voll gestopft sind mit Krankengeschichten (das sie da den Überblick behalten ist bewundernswert). Danach warten sie bis sie zum Arzt können (welcher eigentlich gar kein Arzt ist, aber ein Krankenpfleger mit viel Erfahrung und die machen einfach alles). Meistens müssen sie einen Bluttest machen lassen… also verlassen sie den Untersuchungsraum, bezahlen an der Rezeption schon die Laboruntersuchung (ansonsten wird keine gemacht) um nach dem Test wieder darauf zu warten zum Arzt zu gehen. Wenn dieser seine Diagnose gestellt und Medis verordnet hat, gehen sie wieder an die Rezeption und bezahlen im Voraus die Medikamente und kommen dann zum Treatmentroom (wo ich bin). Sie erhalten die erste Dosis Tabletten oder was so verordnet wurde. Häufig sind auch Injektionen i.m (in den Muskel für alle die nicht vom Fach sind) oder kleine Verbände angesagt.
Sehr viele Patienten sind nicht über 2-3 Jahre alt, was mich ja am Anfang masslos überfordert hat. Die schreien dann so vor sich hin, was ich ja von den Erwachsenen nicht gerade gewohnt bin.
Da stand ich also am Montag in diesem Treatmentroom und hatte überhaupt keine Ahnung was ich jetzt machen sollte, da auch niemand das Bedürfnis hatte viel zu erklären. Da kamen auch schon die ersten Verordnungen hereingeflattert. Ich wollte mich nützlich machen und habe mir das Blatt geschnappt und wollte die Medis zusammenstellen. Ich bemerkte aber sehr schnell, dass alles was auf diesem Blatt stand genauso gut Chinesisch hätte sein können. Erstens mal hatte der „Arzt“ eine Schrift die ich unmöglich entziffern konnte (alle die mit mir gearbeitet haben wissen, dass ich normalerweise fast jede Arztklaue entziffern kann (Sorry an alle Ärzte die den Blog lesen)) und Zweitens hatte ich keine Ahnung was dies für Medis waren, was die Sache nicht gerade einfacher machte. Irgendwann dachte ich nur noch wie blöd bin ich denn sei… ich hatte das Gefühl mich wie ein blutiger Anfänger anzustellen, was ich wohl auch tat. Das fällt einem kleinen Perfektionisten wie ich es bin nicht gerade leicht zu akzeptieren. Wie immer hatte ich das Gefühl ich sollte eigentlich schon alles können. So endete der Tag ziemlich frustriert und mit einem starken „nach Hause gehen“ Wunsch.
Ich habe mir am Nachmittag die gängigsten Medis herausgeschrieben und die dann in meinem Kämmerlein mit Hilfe ihres Arzneimittelkompendiums versucht einzuprägen. Das komische ist auch, dass der Arzt häufig das Medi anders aufschreibt als die eigentliche Beschriftung der Packung ist.

Am Dienstag war der Arzt nicht da und wurde durch eine Nurse ersetzt, was die Sache mit dem Lesen etwas leichter machte. Was mir immer noch sehr schwer viel ist die armen Babys und Kleinkinder mit Medis (Sirups) regelrecht abzufüllen (es ist Wahnsinn, was die alles verordnen). Es tat mir wahnsinnig leid, vor allem wenn sie schrieen wie am Spiess. Manche haben schon angefangen zu weinen wenn sie mich nur angesehen haben. Ja, Muzungus are scary…
Irgendwann habe ich auch begriffen, dass ob, bo, to, qto = 1x, 2x, 3x, und 4x täglich bedeutet und dass 1x4 nicht 1xtäglich 4 Tabletten sind, sondern in einem Tag 4 Tabletten, so was von unlogisch, da sie dann doch erklären 1 times 4. Ich würde meine Medikamente so total verkehrt einnehmen. Dinge wie dies muss man halt einfach akzeptieren.
Ein junger Mann kam zum Verbandwechsel wegen Verbrennungen am Fuss. Eine Krankenschwester (in Ausbildung), die zwischendurch etwas hilft, hat am Vortag die Erstversorgung gemacht. Der arme Kerl hatte neben offenen Wunden riesige Brandblasen am Fuss. Anstatt die Flüssigkeit nur zu entleeren, hat die ihm die ganze Haut entfernt. Sah nicht gerade schön aus. Ich dachte die ganze Zeit nur „was macht die denn da“??? Am Schluss wurde dann etwas Salbe daraufgeschmiert und fertig. Es wurde kein Verband angelegt… gar nichts. Es ist ziemlich staubig hier. Wenn ich daran denke wie eine solche Wunde in der Schweiz versorgt würde… what a difference! Es ist ja nicht so, dass ich keinen Unterschied erwartet hätte, aber wenn man es dann sieht ist es zum Teil schon ziemlich erschreckend. Hygiene wird ziemlich klein geschrieben und steril gibt es eigentlich nicht.
Der junge Typ kam jeden Tag zum „Verbandwechsel“ oder besser gesagt zur Reinigung der Wunde. Am ersten Tag kam er gehend mit einem Stock, heute (Donnerstag) wurde er herein getragen. Der muss höllische Schmerzen haben.
Am Nachmittag (Dienstag) wollte ich was anderes sehen und habe mich an der Rezeption versucht. Leider habe ich aber schnell bemerkt, dass mir die afrikanischen Namen nicht wahnsinnig geläufig sind und somit nichts verstanden habe. Die Sprache ist im Allgemeinen ein Problem, aber Swahili ist blöderweise nicht gerade einfach zu lernen.
Am Abend sind wir noch in die Stadt gefahren um etwas Food einzukaufen. Es ist unglaublich wie viele Menschen sich an einem Platz bewegen können. An das Anstarren gewöhnen wir uns wohl nicht so schnell…

Heute (Donnerstag) kam eine der Mitarbeitenden nicht zur Arbeit, weil ihr Baby krank war. Plötzlich waren Eva und ich allein im Treatmentroom. Ich war schon ziemlich froh, dass ich mittlerweile die Verordnungen lesen kann und die Medikamente kenne. Es wiederholt sich immer alles wieder und irgendwie scheinen die Leute so ziemlich alle dasselbe zu haben.
Heute war der „Spritzen“ Tag. Ich habe unzählige Pos gesehen, da alles in den Po gespritzt wird. Ist sehr einfach, aber irgendwie ungewohnt. Das ganze wird mit Nadeln gemacht vor denen ich nur eins würde…. davonrennen!!! Die sind riiiiiesig, autsch.
Heute aber, war der erste Tag an dem ich das Gefühl hatte nicht völlig nutzlos zu sein und die Zeit verging wie im Fluge.


Meine Stimmung ist also im Allgemeinen wieder steigend…

In einer Zeit wie dieser, wird einem sehr bewusst wie sehr man seine Liebsten zu Hause vermisst und wie wertvoll sie sind.
Merci viumau für au di liebe Kommentär… es zeigt mr, dass dir a mi dänket u das isch es tolls Gfüeu!!!!

Samstag, 17. Januar 2009

The world has changed…

Weg von den Priestern, zurück in die Realität.
Wir sind nun alle in unseren Projekten. Als ich hier bei der St. Brigids Clinic angekommen bin, dachte ich nur… oh mein Gott. Die Umgebung ist sehr ärmlich und rudimentär und so auch die Clinic. Die Kenyaner von ICYE haben gesagt es sei kein Slum, aber eine Art Ghetto. Ich müsse auf alles noch viel mehr acht geben als zuvor. Ich bin froh ist Eva im Moment noch hier, so alleine wäre ich jetzt ziemlich einsam. Ich habe gerade eine ziemliche Krise, kann mir nicht vorstellen hier zu leben, aber ich hoffe dieses geht nach einer Weile vorbei.
Es kommt dazu, dass die Abende ziemlich langweilig werden könnten, da ich mich definitiv nicht alleine auf der Strasse bewegen darf wenn es dunkel ist.

Die Angestellten der Clinic sind sehr nett und geben vor, sehr froh zu sein dass ich hier bin, da sie soviel zu tun hätten. Die zwei Househelpers, haben uns alles gezeigt und sind mit uns noch in die Stadt gefahren um einiges einzukaufen. Es hat nicht einmal Toilettenpapier (ich weiss ja nicht wie die anderen das machen). Ich habe mir noch einen Wasserkocher gekauft, damit ich mir vielleicht mal die Haare warm waschen kann oder die Wäsche nicht nur mit kaltem Wasser waschen muss.

Ich muss mich irgendwie selbst um Frühstück und Abendessen kümmern, was mir sehr schwer fällt, da die Küche lebt. Überall krabbeln Schaben rum. Es hat auch keinen Kühlschrank, ich kann also gar keine frischen Produkte einkaufen, wenn ich sie nicht sofort essen möchte.

In solchen Situationen wird einem bewusst wie verwöhnt man ist.
Naja… wir werden sehen.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Orientation Camp

Am Montag ging es endlich weiter nach Karen Nairobi in die Passionist community… Es leben nur Priester hier :-). Als wir ankamen waren aber ganz viel Menschen vor dem Haupttor und im Areal (was sehr schön und ruhig ist), vor allem Frauen mit kleinen Kindern. Es wurde uns erklärt, dass diese hier Geld bekommen für Schulbücher, Kleider etc. Die meisten seien allein erziehende Mütter. Als wir Musungus dann mit unseren riesigen Koffern an ihnen vorbeigelaufen sind war das ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Wir wurden so angestarrt und es waren nicht gerade freundliche Blicke, vor allem unsere Jüngste (Sabine) konnte überhaupt nicht mit dieser Situation umgehen und fühlte sich wahnsinnig schlecht. Die Menschen warten tagelang vor diesem Tor um den Priester zu sehen und Geld zu erhalten, wenn dieser dann keine Lust mehr hat, müssen alle wieder gehen und am nächsten Tag wieder kommen. Die schmeissen die Frauen regelrecht aus dem Gelände und das ziemlich brutal, da die Frauen sich mit Worten nicht zufrieden geben.

Auf jeden Fall hier angekommen, haben wir sehr schöne Zimmer bezogen. Ich teile das Zimmer mit Anna (UK). Ich glaube sie hat den schlimmsten british Accent den ich je gehört habe, aber man gewöhnt sich an alles, richtig!? Wir verstehen uns sehr gut und we’re having lots of fun.

Dann fingen die Swahili lessons an… Unsere Lehrerin Paris… biiiiiiiiiiiiiiiig mama if you know what I mean :-)… wenn sie vor der improvisierten Wandtafel steht sieht man ein sehr üppiges, sagen wir riesengrosses Hinterteil. Laut Paris ist Swahili die einfachste Sprache der Welt… „it’s all about the pronounciation“ wiederholt sie wieder und wieder. Das Problem ist ihre Lehrmethodik ist eigentlich keine, sie schreibt Wörter an die Wand und wir sollen sie wiederholen. Ich weiss einfach nicht wie ich dada oder pika oder was auch immer anders aussprechen kann. Sie sagt die ganze Zeit „no good“. Anna hat es besonders schwer… „An no“ ist ihr Lieblinssatz. Anna traut sich gar nicht mehr zu sagen wenn Paris auf englisch daneben liegt und so wird ein doughnut ein doffnut und eine Ananas wird a pipeapple… whatever.

Die öffentlichen Transportmittel sind ein Abenteuer. Matatus (Pimped Toyota Buses) sind die beliebtesten… billig, stoppen überall und sagen nie nein wenn du fragst ob dies das richtige Matatu ist. Ob du aber dort ankommst wo du hinwolltest ist mehr als fraglich. Den Bus haben wir noch zur Auswahl, da die Strassen öfters ziemlich schlecht sind, ist man wesentlich sicherer wenn man sich festhält, ansonsten hat man das Gefühl man sei in einer ziemlich schlechten Achterbahn. Die Matatus haben häufig TV-Screens im Bus wo Musikvideos laufen und durch diverse Boxen kriegt man eine Dröhnung (kopfwegblas Dosis) Musik. Es wird ewig dauern bis wir das System darin erkannt haben, welches wohin fährt, aber Matatus sind echt eine coole Sache.

Gestern Abend hatten wir eine kleine Weinsession… Der Wein war ekelhaft, aber er hat gereicht um die Runde etwas aufzulockern. Irgendwann kamen zwei angehende Priester zu uns und tranken auch ein Gläschen Wein. Als ich die letzte öffnete und allen eingeschenkt hatte, schaute ich die Falsche an die schon wieder beinahe leer war (1.5 Liter Flasche) und sagte fucking hell… plötzlich realisierte ich, dass es vielleicht nicht angebracht ist fucking hell zu sagen wenn zwei Priester am Tisch sitzen… Fettnäpfchen again. Ich denke sie werden mir vergeben und mich in ihr Gebet einschliessen.

Heute waren wir auf der Botschaft und haben uns registrieren lassen, damit wir nicht verloren gehen :-). Da ich mich in der Schweiz abgemeldet habe muss ich mich hier anmelden. Zum Glück verdiene ich nichts, sonst müsste ich Steuern zahlen.
Als wir uns nach der schweizer Botschaft auf den Weg zur Belgischen machten war alles zum ersten Mal irgendwie zuviel. Es war so heiss, ich hatte Kopfschmerzen (bad wine), es waren wahnsinnig viele Leute auf der Strasse und der Verkehr ist die Hölle. Man muss echt extrem aufpassen, dass man nicht überfahren wird. Rücksicht ist ein Fremdwort und ich schaue immer noch in die falsche Richtung.
Als wir dann auch noch bei der kanadischen anstelle der belgischen Botschaft „ausgeladen“ wurden, wollte ich nur noch schlafen oder einfach etwas Zeit für mich, was ich nicht hatte seit wir hier sind.
Leider war nichts mit Freizeit.

Was folgte war… Swahili Lesson!

Samstag, 10. Januar 2009




1. Tag in Nairobi

Nach schwerem Abschied in Zürich, sind wir erstaunlicherweise gestern am Flughafen in Nairobi schon erwartet worden.
The Driver hat uns dann ins YMCA Guesthouse gebracht wo wir nur unsere erste Nacht verbringen sollten, bevor es dann ins Einführungscamp geht. Das Zimmer ist ganz ok, mehr als ich erwartet habe. Zum Abendessen haben sie uns eine riiiiesen Portion Reis mit Poulet und Gemüse hingeknallt, als wir die Hälfte zurückgeben mussten, sagte sie nur this is Standard… we Africans eat a lot.
Todmüde sind wir um 22Uhr endlich ins Bett gefallen, schlafen ging trotzdem nicht. Es war ein Höllenlärm draussen und wie einige ja wissen, höre ich das Gras wachsen wenn ich versuche einzuschlafen.

Als dann die restlichen Leute (insgesamt sind wir sechs) eintrafen, sollten wir ins Camp gebracht werden, der gute Driver hat nicht gedacht, dass sein Auto für alle Koffer zu klein ist (am Vorabend hatte er schon kaum Platz für unsere, wie denn für sechs?). So gab es eine Planänderung und nun sind wir immer noch im YMCA.

Also machten wir ( 2 Schweizerinnen, eine Engländerin, eine Belgierin, eine Finnin und eine Deutsche) uns auf den Weg ins Stadtzentrum (welches wirklich sehr städtisch ist), um Handynummern und Internet zu organisieren.
Als Anna (England) und ich eine halbe Weltreise machten um eine Bank zu finden bei der wir auch wirklich Geld abheben konnten, haben wir schon unseren ersten good friend getroffen von Simbabwe, den Hubert. Ihm gehe es ja so schlecht und er wolle kein Geld, aber etwas Reis wäre super. Da wir ja gute Freunde seien und keine Rassisten… blah blah. Also haben wir ihm 1kg Reis gekauft (wollten ja nicht als Rassisten dastehen), das wie sich herausstellte nicht wirklich billig ist. That was the first and the last time.

Später sind wir noch zum Markt gegangen (mit den Leuten von ICYE), was ein sehr kleines Vergnügen war, da alle an einem rumzerrten um seine Sachen an uns loszuwerden. Der Spruch I’m not a Tourist, I’m working here hat geholfen.

Die Peinlichkeiten des Tages: Beim Mittagessen gab es ein kleines Buffet… alles undefinierbar (ausser Reis natürlich), aber es sah lecker aus. Ich bin froh, dass ich nicht so hungrig war und habe mich auf Reis und Gemüse beschränkt. Die anderen haben ziemlich alles ausprobiert.
Wie sich später herausstellte war das „Rindfleisch“ Leber und die komisch aussehenden „Pilze“ (die nach Fleisch rochen aber laut Koch Gemüse war) Kutteln. Wir sind nun alle offiziell Vegetarier.


Anna hat sich über dachlose TukTuks lustig gemacht, was sich als Gefährt für Behinderte herausstellte (Aufklärung durch einen Kenyaner).

Beim Abendessen haben wir über Lachs gesprochen. Irgendwie ist mir Lachs auf Englisch nicht eingefallen und dachte es heisst Semen. Ich sagte Semen has a very strong taste… don’t really like it…Anna fand dann nur… are we really discussing that now. Irgendwann hat sich das Missverständnis dann aufgelöst, die anderen haben gar nicht bemerkt was ich eigentlich sagte, so war sie die einzige die Tränen lachte. :-)

Vermisse euch…

Bis bald