Wir wurden zur Hochzeit von einer Mitarbeiterin der Klinik eingeladen. Zuerst dachte ich, das sei eine super Sache und war sehr daran interessiert.
Letzten Samstag war es dann soweit. Es war eine Garden Wedding, so war ich schon mal froh nicht für Stunden in der Kirche sitzen zu müssen. Um 10.30 hätte die Zeremonie beginnen sollen. Da ich ja mittlerweile weiss, dass hier nie etwas pünktlich beginnt, habe ich gedacht so 30min zu spät sei kein Problem. Um 11 Uhr waren Eva und ich leider immer noch die Ersten.
Einige Minuten später kam dann einer der Priester von St. Bridget, dieser meinte es könne noch Stunden dauern bis das Brautpaar kommt. So fuhren wir in ein Restaurant zum Frühstücken.
Um 13.30 haben sie so langsam angefangen die Leute mit Musik und Tanzgruppen zu unterhalten. Um ca. 14.30 kam dann endlich der Bräutigam an und 15 min. später die Braut.
Leider dauert es dann wieder ewig bis alle einmarschiert sind.
Als dann eindlich die Braut aus dem Auto stieg, wusste niemand so genau was mit ihr los war. Sie starrte teilnahmslos auf den Boden, kein Anzeichen von Freude oder Aufgeregtheit. Die Eltern klammerten sich um ihre Arme, sie hielten sie so fest, dass ich nicht sicher war ob sie sie stützten, da sie aussah als würde sie jeden Moment zusammenbrechen.
Der Bräutigam sitzt auf de Seite seiner Angehörigen und die Braut bei ihren. Das Brautpaar kommt erst am Schluss zusammen. Es waren ca. 5 Pastoren da, die ins Mikrofon schreiten, da normal sprechen irgendwie nicht möglich war.
Ein Kuss am Schluss gab es auch nicht und die Braut lächelte immer noch nicht.
Später habe ich dann erfahren, dass ihre Angehörigen sie eingesperrt hatten. Hochzeiten hier haben viel mit Geld zu tun. Der Bräutigam muss der Familie der Braut Geld geben. Dies passiert aber meist vor der Hochzeit. Wenn dann die Familie aber mehr will, sperren sie die Braut ein bis der Bräutigam das Geld auftreibt. Was in diesem Falle geschah.
Dies erklärte irgendwie auch die Teilnahmslosigkeit, trotzdem ein lächeln wäre schön gewesen.
Dann war Fotosession für das Brautpaar an der Reihe. Die Gäste konnten sich nun in die endlose Schlange stellen um etwas zu Essen zu ergattern. Zu trinken gab es nur Sodas, leider viel zu wenig und auch das Essen reichte nirgends hin.
Wir haben ein wenig Futter abgekriegt, aber die guten Dinge waren schon längst weg.
Nach dem Essen fanden wir, dass wir genug gewartet und uns gelangweilt haben und gingen nach Hause.
Ich habe mir eine kenianische Hochzeit definitiv anders vorgestellt…


