Dienstag, 1. Dezember 2009

A Kenyan wedding… or the most boring event I’ve ever been.

Wir wurden zur Hochzeit von einer Mitarbeiterin der Klinik eingeladen. Zuerst dachte ich, das sei eine super Sache und war sehr daran interessiert.

Letzten Samstag war es dann soweit. Es war eine Garden Wedding, so war ich schon mal froh nicht für Stunden in der Kirche sitzen zu müssen. Um 10.30 hätte die Zeremonie beginnen sollen. Da ich ja mittlerweile weiss, dass hier nie etwas pünktlich beginnt, habe ich gedacht so 30min zu spät sei kein Problem. Um 11 Uhr waren Eva und ich leider immer noch die Ersten.
Einige Minuten später kam dann einer der Priester von St. Bridget, dieser meinte es könne noch Stunden dauern bis das Brautpaar kommt. So fuhren wir in ein Restaurant zum Frühstücken.

Um 13.30 haben sie so langsam angefangen die Leute mit Musik und Tanzgruppen zu unterhalten. Um ca. 14.30 kam dann endlich der Bräutigam an und 15 min. später die Braut.
Leider dauert es dann wieder ewig bis alle einmarschiert sind.
Als dann eindlich die Braut aus dem Auto stieg, wusste niemand so genau was mit ihr los war. Sie starrte teilnahmslos auf den Boden, kein Anzeichen von Freude oder Aufgeregtheit. Die Eltern klammerten sich um ihre Arme, sie hielten sie so fest, dass ich nicht sicher war ob sie sie stützten, da sie aussah als würde sie jeden Moment zusammenbrechen.

Der Bräutigam sitzt auf de Seite seiner Angehörigen und die Braut bei ihren. Das Brautpaar kommt erst am Schluss zusammen. Es waren ca. 5 Pastoren da, die ins Mikrofon schreiten, da normal sprechen irgendwie nicht möglich war.

Ein Kuss am Schluss gab es auch nicht und die Braut lächelte immer noch nicht.
Später habe ich dann erfahren, dass ihre Angehörigen sie eingesperrt hatten. Hochzeiten hier haben viel mit Geld zu tun. Der Bräutigam muss der Familie der Braut Geld geben. Dies passiert aber meist vor der Hochzeit. Wenn dann die Familie aber mehr will, sperren sie die Braut ein bis der Bräutigam das Geld auftreibt. Was in diesem Falle geschah.
Dies erklärte irgendwie auch die Teilnahmslosigkeit, trotzdem ein lächeln wäre schön gewesen.

Dann war Fotosession für das Brautpaar an der Reihe. Die Gäste konnten sich nun in die endlose Schlange stellen um etwas zu Essen zu ergattern. Zu trinken gab es nur Sodas, leider viel zu wenig und auch das Essen reichte nirgends hin.
Wir haben ein wenig Futter abgekriegt, aber die guten Dinge waren schon längst weg.

Nach dem Essen fanden wir, dass wir genug gewartet und uns gelangweilt haben und gingen nach Hause.


Ich habe mir eine kenianische Hochzeit definitiv anders vorgestellt…












Mittwoch, 30. September 2009

It’s been a while….

Uiuiui, schon lange nichts mehr geschrieben. Im Januar/Februar habe ich gedacht, dieses Jahr wird endlos sein. Jetzt ist Oktober und ich kann kaum glauben wie schnell die letzten Monate vorbeigerast sind. Schon bald kommen meine Eltern und dann geht’s zurück nach Hause.

Weiss kaum noch was alles passiert ist...
Ende August hat mir Anna erzählt, dass sie das Jahr vorzeitig abrechen werde um nach Australien zu gehen. Es war immer ihr Traum in Oz zu leben und zu arbeiten.
Ich wollte mich unbedingt von ihr verabschieden und so habe ich Jeldon gefragt ob sie Lust auf einen kleinen Road Trip habe.
Wir wollten extra früh losfahren, damit wir so gegen Mittag in Mombasa sein würden. Um 4Uhr morgens ging’s los... Erster Fehler war, ich hatte nicht wirklich einen vollen Tank und nach 45 min. fing es an zu blinken. Wir haben zum Glück noch eine verlassene Tankstelle gefunden. Mussten etwas warten, da sie erst um 5Uhr öffneten. So dachte ich nutzt du die Gelegenheit und die könnten vielleicht schon mal die Reifen checken… habe aber realisiert dass sie mich nicht verstehen und so habe ich Jeldon gerufen die im Auto Musik gehört hat. Das Problem ist, ich habe ja ein super Alarmsystem, dass die Türen schliesst wenn der Schlüssel steckt… Als ich mein Telefon im Auto holen wollte, habe ich realisiert, dass das Auto uns ausgeschlossen hat. Toll… 5Uhr morgens in the middle of nowhere.
Wir haben 2 1/2 Std. dort verbracht bis endlich der sturzbetrunkene Mechaniker kam, der irgendwie managen konnte, das Auto ohne grossen Schaden aufzubrechen.
Die restliche Reise verging dann aber zum Glück ohne weitere Zwischenfälle. Erstaunlicherweise waren wir trotzdem am Mittag da.
Wir haben 4 wunderschöne Tage in Mombasa verbracht.
Anna ist mittlerweile gut in Sydney angekommen und hat schon einen Job gefunden…

Seit ich das Auto habe ist alles wesentlich einfacher und es macht echt Spass, auch wenn das Fahren hier nicht gerade ungefährlich ist. Ich werde viel weniger belästigt… Komme von A nach B ohne durch die halbe Stadt zu gehen um das richtige Matatu zu erwischen. Es ist auch wesentlich sicherer.
Manchmal bin ich noch etwas verloren, da die Strassen nicht gerade gut beschildert sind oder kaum Beleuchtung vorhanden ist. Gerade gestern (Samstag) bin ich in eine Einbahnstrasse gefahren, aber blöderweise die falsche Richtung. Am Ende der Strasse waren 2 Cops, die mich dann mit auf die Polizeistation nehmen wollten wegen „massive traffic offence“. Am Montag müsse ich dann vor Gericht erscheinen… da schlich sich so langsam etwas Panik ein. Ca. 10 min. habe ich gar nicht realisiert, was eigentlich das Problem ist und ich dachte nur was ist denn das Problem von beinahe falsch abbiegen, bis er mich dann über die Einbahnstrasse aufgeklärt hat. Wie löst man das Problem in Kenya? Ich wollte nie in diese Korruptions- Geschichte involviert werden, aber was ist die bessere Option… den Cops etwas Geld zu geben oder vor Gericht zu erschienen? Ich habe ihnen dann etwas Geld gegeben und sie haben mich gehen lassen. Leider funktioniert die Polizei hier so…

Das Wetter ist endlich schön und es wird heiss. Das Problem ist, dass es nicht geregnet hat in der Regenzeit. Was sich nun auf ziemlich alles auswirkt. Es hat nicht genug essen, alles wird teuerer und die armen Menschen hungern, da sie kein Geld haben.
Wasser und Strom wird rationiert, das heisst 2-3x die Woche haben wir tagsüber keinen Strom, was das Arbeiten nicht gerade erleichtert. Wir haben das Glück, dass die Priester hier Wasser kaufen und einmal die Woche den Tank auffüllen. Das Problem an diesem System ist, das Wasser muss gepumpt werden. Ohne Strom funktioniert natürlich die Wasserpumpe auch nicht.
Ich habe mich wirklich sehr an das Leben hier gewöhnt, aber ich muss auch sagen, dass Nairobi nicht unbedingt das Afrika ist wie wir uns das vorstellen. Es ist eine Grossstadt die einfach mit einigen Dingen noch etwas im Rückstand ist im Vergleich zu uns. Die Menschen von Mombasa nennen die jungen Leute von Nairobi .coms, ich denke dies sagt alles.
Zwischendurch finde ich es schön aus Nairobi zu flüchten, alles ist so busy hier.

See u soon…

xxx

Montag, 3. August 2009

Isa on the road….

Ich bin offiziell auf den eigenen vier Rädern unterwegs… die Matatus sind mir dermassen auf die Nerven gegangen, so habe ich mir ein Auto gekauft (den lieben Eltern sei Dank).

Nach kleineren und grösseren Angstanfällen auf der falschen Seite zu fahren und in diesem Chaos nicht klarzukommen, muss ich nun sagen… gar nicht so schwierig.


Freitag, 31. Juli 2009

Kaloleni – Medical Camp

Am Freitag 17.7.09 ging es los ins Medical Camp… dies wird 2x jährlich von den ICYE Leuten organisiert und ist normalerweise freiwillig, da aber Eva und ich die einzigen Pflegefachfrauen waren wurde für uns bestimmt. Dafür war die Fahrt für uns gratis.
Nach 12 Stunden Fahrt und Stillstand (Stau) kamen wir um 20.00 Uhr in Kaloleni an. Davon gesehen habe ich nichts, keine Elektrizität weit und breit, wir waren so ziemlich im Busch gelandet (um 19.00 Uhr ist es dunkel).
Wir wurden wieder in irgendeiner katholischen Community untergebracht, war nicht so schlecht und es hatte Strom.
Um 22Uhr gabs dann mal was zu Essen, was aber eigentlich so der Plan war für die nächsten 2 Tage war, wusste niemand von den Helfern.
Es hiess dann, dass wir vielleicht schon mal Medis abpacken könnten… es war nichts vorbereitet. Alle Medis mussten in diese kleinen Säckchen abgefüllt werden, die natürlich auch noch nicht angeschrieben waren. Es war ein Pharamtyp dabei, der wohl der passivste Mensch ist der mir je begegent ist, der hat mich schon am ersten Abend wahnsinnig gemacht. Plötzlich hing irgendwie alles an mir und alle haben mich gefragt, obwohl ich doch eigentlich keine Ahnung hatte was hier der Plan ist. Wir haben bis 2Uhr morgens Medis abgepackt.


Die Gruppe war ganz ok, ausser den ICYE Leuten, die alle Kenyaner sind, waren bis auf 2 Isländerinnen alle Deutschsprachig (5 Deutsche, 1 Österreicher, 6 Schweizer).
Wenigstens wurden Eva und ich in keine Gruppe für Kückendienst eingeteilt :-)

Am Samstagmorgen ging’s dann so gegen 9 Uhr zum Ort des Geschehens, mittlerweile waren auch die 10 Medizinstudenten die mit dem Nachtbus von Nairobi kamen, angekommen.
Die Location war eine Schule, wo wir 3 Räume zur Verfügung hatten. Wieder hatte niemand einen Plan wie denn das Ganze nun ablaufen sollte und wieder schauten sie alle mich an. Da der Pharmatyp sowieso nichts sagte, habe ich die Räume aufgeteilt und die Helfer irgendwie platziert und und und. Der Sinn des Medical Camp war den Bewohnern des Dorfes gratis medizinische Betreung anzubieten. Unsere Aufgabe war die verschriebenen Medikamente zu geben und zu erklären. Wir waren also einfach Apotheke. Für Wundverbände oder ähnliches hatten wir nur sehr limitiert Material vorhanden.

Es kamen unglaublich viele Leute, einige sogar 2-3 Mal um noch mehr Medis zu kriegen, aber dies spielte keine Rolle wir hatten mehr als genug.
Es kamen viele Kinder ohne ihre Eltern, ich konnte mir kaum vorstellen, dass die die Medis tatsächlich richtig einnehmen, zudem kam öfters noch die sprachliche Barriere hinzu. Zum Glück hatten wir einige Volunteers dabei, die praktisch fliessend in Swahili waren, sehr beeindruckend und hilfreich.
Wir waren also 1 ½ Tage damit beschäftigt Medis zu verteilen.

Die Medizinstudenten wollten am Sonntag am Mittag aufhören, damit sie noch ein wenig Mombasa genissen konnten, bevor es für sie am Abend nach Nairobi ging. So hatten wir den Sonntagnachmittag frei. Ich verabschiedete mich von den Anderen und machte mich auf den Weg nach Vipingo um Pietro und Leslie zu besuchen, wo ich noch ein paar Tage verbrachte.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Im falschen Film…

Letzten Mittwoch ist Anna von Mombasa nach Nairobi gekommen. Dies war Anlass für ein leckeres Abendessen in einem ziemlich teuren Restaurant. Wir haben uns aber schon lange nichts mehr gegönnt. Nach super Pizza machten wir uns ziemlich früh auf den Nachhause weg, da Anna müde war von der langen Fahrt.

Als wir in Starehe ankamen, war die Polizei, Ambulanz und Menschenmassen 10m von unserem Gate entfernt. Ich sah 2 Verletzte am Boden sitzen und einer lag regungslos am Strassenrand… ich dachte nur und wieso hilft dem keiner? Also habe ich unseren Watchman an der Hand gepackt und bin zum Ort des Geschehens gegangen. Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass der Typ tot war. Ich bin zum Ambulanzmenschen hin und habe ihn gefragt ob er Hilfe braucht. Der eine Verletzte hatte einen Durchschuss durch die Brust und der Andere einen Schulterschuss… der mit dem Durchschuss hatte schon Infusion, also habe ich mich um den gekümmert, damit sich der Ambulanztyp um den noch Unbehandelten kümmern konnte. Ich habe versucht die Blutung irgendwie etwas zu stoppen und habe einen sehr improvisierten Verband angebracht. Es war auch nicht gerade viel Material vor Ort… Als er dann in der Ambulanz war, hat er sich nicht wohl gefühlt, also mussten wir ihn umlagern, der hat echt geblutet wie ein Sch… Ich habe ihnen dann mal schüchtern nahe gelegt, dass sie jetzt vielleicht besser losfahren würden, was sie dann auch taten. Der Herr war schon fast so weiss wie ich… Ich habe aber später erfahren, dass er überlebt hat.

Es haben 3 Typen versucht ein Matatu zu überfallen... In dem Matatu sass ein bewaffneter Soldat, welcher die 3 Typen erschossen hat und dabei wurden 2 Passagiere verletzt. Das war der Ursprung des Geschehens.

Ich habe realisiert, dass wir gefilmt wurden, habe dem aber nicht viel Beachtung geschenkt… Adrenalin und so. Am nächsten Tag kam ich doch tatsächlich in den News.


Ist schon komisch... dies sind Dinge die wir im TV sehen oder in der Zeitung lesen und plötzlich passiert es vor der Tür.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Rhino Charge 2009… Ab in den Busch

Vor einiger Zeit hat mich Jeldon angerufen und gefragt ob ich Lust hätte an Pfingsten wegzufahren. Sie hat irgendetwas von Rhino Charge erzählt und Camping, aber so genau verstanden was es ist habe ich eigentlich nicht, plus die Verbindung war schlecht. Ich habe einfach ja gesagt…


Am 30. Mai ging es dann los… Um 7 Uhr morgens sollten wir bim Treffpunkt sein, damit wir um 8 Uhr hätten losfahren können. Am Abend zuvor, ich zu Jeldon: „ Wann treffen wir uns, wir müssen noch etwas zu essen einkaufen“? Jeldon: „Ich denke so 7 Uhr 30“. Ich: „ Sollten wir nicht um 7 Uhr beim Treffpunkt sein”? Jeldon: “ Wir sind in Afrika… keiner wird um 7 Uhr da sein”.Losgefahren sind wir dann tatsächlich erst nach 9 Uhr. Es war eine Gruppe von ca. 38 Leuten alle so zwischen 26 und 30ig. Angefangen zu Trinken haben sie bevor wir losgefahren sind und aufgehört nachdem wir wieder zurück in Nairobi waren. Alle haben ihre eigenen Getränke mitgebracht (muss ich sagen, dass die Sodas nur zum mixen gut waren ;-)...) und wurden alle in die praktisch tragbaren Trinkflachen abgefüllt, wo keiner sieht was eigentlich drin ist. Unser Bus war ein umgebauter Scania Truck… es hatte viel Platz und war gemütlich.Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen, laut und lustig (Alkohol hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen). Ich glaube ich habe mich schon zu Beginn gefragt, wann die Stimmung wohl umschlägt (ich muss vielleicht noch sagen, dass ich wahrscheinlich fast die Einzige im Bus war die nüchtern war)… Es stellte sich heraus, dass die Fahrt ungefähr 8 Stunden dauern würde. So gegen Mittag machten wir eine längere Pause… Danach veränderte sich die Stimmung langsam von ausgelassen zu leichter Aggression. 2 Girls hatten in ihrem Suff das Gefühl sie müssten ein wenig „Ich bin lesbisch“ spielen, forderten aber alle auf keine Fotos zu machen. Ein Typ der für ein Magazin arbeitet, schien das wenig zu interessieren und knipste drauf los. Da fing eigentlich das Drama an… Eine heisse Diskussion begann zwischen den Dreien und irgendwie hatten alle anderen auch noch das Gefühl etwas Schlaues sagen zu müssen. Aus total Besoffenen kommt leider meistens nicht mehr viel Schlaues raus. Während sie stritten, stand der Foto Typ aus versehen auf den Knöchel eines Mädchens, welches halb im Koma am Boden lag. Sie wurde für ihre Verhältnisse ziemlich blass und konnte ihren Fuss nicht mehr belasten… alle schauten mich an und fragten ob ich nicht was tun könnte… halllooo… was soll ich den tun? Leider habe ich immer noch keinen Röntgenblick. So habe ich ihr Schmerzmittel gegeben, welche ich hoffte, sich gut mit dem immensen Alkoholpegel vertragen… ca. 2 Stunden später war sie zum Glück wider auf den Beinen, auf jeden Fall so gut wie ihr Gleichgewichtssinn noch zuliess. Während dessen entwickelte sich das Foto- Drama weiter und eines der Girls war nur noch am weinen… ich hatte den Faden total verloren und beobachtete das ganze Geschehen leicht amüsiert und leicht schockiert zugleich. Dies dauerte so ca. 2 Stunden! Um aus dem Bus zu steigen musste man zwei grosse Stufen runter gehen… plötzlich hörten wir einen Schrei und ein Mädchen (Monica) viel Kopf voran diese Stufen runter… wir sahen nur zwei Füsse in der Luft. Zum Glück stand sie wieder auf und schien ziemlich ganz geblieben zu sein. Gosh, die hätte sich das Genick brechen können… Als sie aber wieder stand, sahen wir das sie ziemlich stark am Kopf blutete… alle Blicke auf mich gerichtete… you are the Nurse. Ihr Ohr war in Zwei geteilt... netter Anblick. Verbandmaterial gab es im Bus auch nicht… das Einzige was wir hatten waren feuchte Händereinigunstücher. Toll... aber wenigstens waren sie sauber und eine andere Wahl hatten wir auch nicht, also versuchet ich mal die Blutung etwas zu stoppen. Irgendwann während dessen stellte sich heraus, dass eigentlich ein Arzt im Bus wäre, aber ich glaub in seinem Suff hatte er dies vergessen. Im Camp hatte es auch einen Arzt, also ging der besoffenen Arzt mit Monica zum Camp Arzt… ich wollte mit, aber auf dem Weg zu meinem Sitzplatz um meine Tasche zu holen, geriet ich irgendwie in einen Streit zwischen zwei Typen, die eigentlich Freunde sind. Ich wurde ziemlich heftig weggeschubst, bin aber zum Glück auf dem Sitz gelandet. Dem Typen hatte er voll die Faust ins Gesicht geknallt. Da sind aber diese blöden Instinkte und ich bin aufgestanden und zwischen die beiden gestanden damit sie aufhören. Was sie zum Glück auch machten. Jeldon schaute mich nur mit grossen Augen an und sagte: „what the hell are you doing, your in Africa they don’t care if they hit you instead of the guy.

Ziemlich viel Drama in 8 Stunden…

Im Camp angekommen haben wir uns ein Zelt ausgesucht, wo wir zum Glück auf Matratzen schlafen konnten (waren zwar dünn, aber besser als nichts). An diesem Abend passierte nicht mehr viel, ein paar nette Gespräche (einige waren schon nicht mehr so betrunken… es war also möglich ein paar normale Sätze auszutauschen) am Feuer und gutes Essen und das war’s.Die meisten wollten früh ins Bett, damit sie am nächsten Tag früh an den Ort des Geschehens gehen konnten. Ich habe dann auch herausgefunden was Rhino Charge eigentlich ist. Hier eine kurze Erklärung.. (tut mir leid, war zu faul zum Übersetzten..)
The Rhino Charge is an off-road event in which competitors are required to visit 13 points scattered over approximately 100 square kms of rough terrain within a 10 hour period. Competitors are supplied with a 1:50,000 scale map of the venue, co-ordinates of the 13 Control Points and their Start position (at one of the Controls). Each competitor must plot the Control Points on the map and decide his/her route. Navigation is by compass/GPS and the winner is the competitor who visits the most controls in the shortest distance (GPS measured).

The event is organised to raise funds for the Rhino Ark Charitable Trust. The vision of Rhino Charge is to mobilize the public to raise funds for Rhino Ark, the Kenyan conservation charity. For 20 years, Rhino Ark’s sole focus has been specifically to raise funds for an electrified fence to encircle nearly 400kms of the Aberdare ecosystem. The fence is a vital management tool in the ecosystem’s long-term integrity.

Die Nacht war ganz ok… kleine Streitereien zwischen Hüftknochen und Stein (Stein hat gewonnen) haben die Nacht etwas unruhig gemacht. Wir waren alle vorbereitet auf eher kühles Wetter, aber es war so verdammt heiss… das Zelt war nach 7 Uhr morgens eine Sauna und verhalf den Organisatoren, dass alle früh aufgestanden sind. Die angefressenen Fans dieses Rennens waren schon auf dem Weg dazu… Die Frauen nahmen es alle eher gemütlich und bis alle eine Dusche genommen haben, dauerte es ein kleines Weilchen (2 Duschen für ca. 50 Personen) Wir waren im Busch… nix fliessend Wasser.

Als war dann endlich alle bereit waren, war nur noch eine 30 min. seeeeeeehr holprige Fahrt zu überstehen und dann waren wir also auch dort. Das Rennen an sich fand ich weniger interessant. Autos gegen Felsbrocken… Die Gruppe war aber gut drauf und ich fand es toll wieder ein paar neue Leute kennen zu lernen.
Den Weg zurück haben wir auf der Ladefläche eines pick-up Truck verbracht. Den Fahrern schien ziemlich egal zu sein, dass sie 15 Leute „geladen“ hatten und fuhren wie die Wilden. Wie schon gesagt es war ziemlich holprig. Einmal wurden ich fast aus dem Auto geschleudert… was ich davon hatte, war eine riesiges Hämatom an meinem Gesäss und kleinere Hämatome an Ellbogen und Rücken… war echt schmerzhaft.

Am Abend war noch Buschdisco angesagt… Rhino Charge ist ein riesiger Event, es waren massenhaft Leute da. Ein Radiosender von Nairobi war der Organisator der Party. An diesem Abend genehmigte ich mir zum Ersten Mal ein paar Drinks (ich nahm noch Medikamente wegen meiner nicht wegzukriegenden Blaseninfektion und habe mich deshalb sehr zurückgehalten).Ich habe eine Dänin kennen gelernt die in Nairobi lebt und Thaiboxerin (sehr offensichtlich) ist. Sie meinte ich solle mal ins Training kommen, als ich ihr erzählte, dass ich ins Kickboxtraining ging. Irgendwann werde ich das mal machen, aber so wie sie aussieht gehe ich davon aus, dass das Niveau ziemlich hoch ist. Ein bisschen Sport würde aber definitiv nicht schaden.Es wurde immer noch viel getrunken, gelacht und getanzt.Zurück im Camp haben wir noch bis zum Sonnenaufgang geredet und geredet. So gegen 6 Uhr morgens ging ins Bett und nach einer Stunde habe ich es im Zelt nicht mehr ausgehalten,
viel zu heiss… besonders mit einem leichten Hangover. Es war also eine sehr kurze Nacht.
Nach dem Frühstück, ging’s zurück nach Nairobi. Die Fahrt diesmal ohne Drama, aber unglaublich dass die immer noch Alkohol trinken konnten. Die meisten nutzten solche Gelegenheiten um weg vom seriösen Leben zu kommen und mal so richtig die Sau raus zu lassen. Der eine sagte es sei für ihn emotionale „Detox“ für ihn, obwohl nach dem Wochenende wohl eher seine Leber eine Detox braucht

Zurück in Starehe… nur noch schlafen, aber es hat (trotz kleinen Dramen) echt Spass gemacht!







Montag, 18. Mai 2009

Ein Besuch im Dorf - Ngorika

Alle sagen immer wenn du in Nairobi lebst, siehst du definitiv nicht „the real Africa“. Daher hören wir häufig „ich will euch zeigen wo ich aufgewachsen bin“. Natürlich waren Eva und ich sehr daran interessiert etwas anderes zu sehen als Nairobi.

Letzten Mittwoch machte ich mich gerade fertig um zur Arbeit zu gehen, als Brother James an meine Tür klopfte. Ich denke er ist aufgewacht und dachte sich, so jetzt werden Worte mal in Taten umgesetzt. Er fragte mich ob wir nach Nakuru wollen um seine Mutter zu besuchen.
Natürlich waren wir dabei…
Also machten wir uns um 8.30 Uhr auf den Weg nach Nakuru, welches eine ca. 21/2stündige Fahrt war.
In Nakuru angekommen haben wir noch Lebensmittel für seine Mutter eingekauft.

Nach einer erneuten 30minütigen, sehr holprigen Fahrt (war eher Wanderweg als Strasse) kamen wir in Ngorika an. Ich fühlte mich wie in einem kleinen Bergdörfchen… es war so schön wieder einmal unstaubige, frische Luft einzuatmen. Keine Menschenmassen und keine Autos. Das mit den Menschenmassen hat sich dann irgendwann noch geändert… mehr dazu später.

Wir wurden von einer sehr vitalen alten Dame empfangen, welche barfuss beinahe dahergehüpft kam. Nach einem zahnlosen, aber sehr süssen Lächeln und einer Umarmung wurden wir zum Haus geführt wo zwei seiner Schwestern waren. Alle waren wir ein bisschen schüchtern…
Kommunizieren war nicht wirklich möglich… Die Mutter sprach nur Kikuyu. Da halfen auch meine paar Swahilisätzchen die ich kenne nicht viel. Die Schwestern konnten ein wenig Englisch, welches aber auch nicht für eine Konversation reichte.

James hat uns herumgeführt. Es ist beeindruckend wie sie leben... kein Strom und kein fliessen Wasser. Alles ist wahnsinnig einfach und trotzdem irgendwie komplex (seht selbst auf den Bildern). Sie haben einen riesigen Umschwung, wo Mais, Bohnen, Kartoffeln, etc. angepflanzt wurden. Sie haben Schafe und zwei Kühe. Die Mutter von James kann dies nicht mehr alles alleine pflegen, aber sie sei gut im Delegieren und Managen.

James hat ein separates Haus gebaut für die Küche, damit sie dem Rauch etwas ausweichen können, da über dem Feuer gekocht wird… nix mit Kochherd. Normalerweise wird häufig alles im selben Raum gemacht (deshalb haben auch so viele Leute Probleme mit den Atemwegen).

Als die Führung rum war, haben sie uns Tee gebracht. Der Tee hat nach Feuer/Rauch geschmeckt… war interessant wie sehr es den Geschmack annimmt. Die frische Kuhmilch ist Eva nicht sehr gut bekommen und hat ihr eine paar extra Minuten auf dem stillen Örtchen beschert.
Später haben wir dann noch sehr lecki Essen serviert bekommen. James meinte, wenn Gäste kommen wäre es sehr unhöflich nichts zu Essen zu servieren und man wäre ein schlechter Gastgeber.

Als wir uns auf den Rückweg machten, kamen wir an einer Schule vorbei. Die Kinder dachten wohl sie sehen Geister (der Gesichtsausdruck sagte einiges), die Aufregung war auf jeden Fall sehr gross. James meinte für die meisten Kids sei es das erste Mal, dass sie Weisse sehen und auch nicht wirklich verstehen wieso wir anders aussehen.
Als wir an der Matatustation waren, sagte man uns, dass keine mehr fahren würden. Während wir da standen und überlegten was tun, versammelten sich mehr und mehr Schulkinder um uns herum (Schule war aus) und fanden es zu interessant um an uns vorbeizugehen.
Irgendwann haben wir uns dann entschieden uns mit einem Motorrad and den Highway fahren zu lassen wo wir sicher ein Matatu nach Nakuru kriegen würden.
Ich bin ja schon abenteuerlustig, aber ein bisschen schiss hatte ich schon, weil ich ja wusste wie die Strassenverhältnisse sind. Der Fahrer trug Helm, Beifahrer nicht… nicht gerade beruhigender und verstanden hat er mich auch nicht. Ich habe mich entschieden mich einfach an ihm festzuklammern, durch das Geholpere wurde ich sowieso immer nach vorne gedrückt. Er fuhr sehr gut und irgendwann konnte ich mich etwas auf die Aussicht konzentrieren. Die Aussicht war fantastisch… leider hatte ich keine Hände frei für Fotos.

Ansonsten habe ich nicht sehr viele News. Mir geht es sehr gut und ich fühle mich grundsätzlich wohl, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Miss u all…